Schnell tippen

DVD Zu seinem Erstling liess sich der Franzose Régis Roinsard davon inspirieren, dass es in den 50er-Jahren Wettbewerbe im Schreibmaschinenschreiben gab. Die «Sportart» ist freilich längst verschwunden und es gibt kaum noch Dokumente darüber.

Andreas Stock
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Bild: Andreas Stock

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DVD

Zu seinem Erstling liess sich der Franzose Régis Roinsard davon inspirieren, dass es in den 50er-Jahren Wettbewerbe im Schreibmaschinenschreiben gab. Die «Sportart» ist freilich längst verschwunden und es gibt kaum noch Dokumente darüber. Mit liebevoller Ironie packt er diese Anekdote in die charmante Geschichte um Rose (Déborah François), eine junge Frau aus der Provinz, die in Paris Sekretärin werden will. Mit ihrem naiven Charme überzeugt sie den Chef Louis Echard (Romain Duris). Rose ist zwar eine chaotische Assistentin. Unschlagbar ist sie aber mit ihrem Tempo an der Schreibmaschine. Das bringt Louis darauf, sie für einen Wettbewerb im Schnelltippen anzumelden. Die Schauspieler und der nostalgische Retro-Look tragen wesentlich zum Vergnügen bei. Nebenbei wirft die romantische Komödie einen unbeschwerten Blick auf die Anfänge der Emanzipation und auf Rollenbilder der 50er-Jahre. Das Bonusmaterial bietet ein längeres Making-of und Interviews.

Mademoiselle Populaire, F 2012, R: Régis Roinsard; D: Romain Duris, Déborah François, Bérénice Béjo; Studiocanal/Arthaus

Schnell verurteilt

Der 40jährige Lucas arbeitet in einem Kindergarten in einer dänischen Kleinstadt. Er ist geschieden und hat einen halbwüchsigen Sohn. Doch dann plappert das kleine Nachbarmädchen aus einer Laune heraus über Dinge, die sie von ihrem grossen Bruder mitbekommen hat. Das bringt Lucas in Bedrängnis. 14 Jahre nach seinem Meisterwerk «Festen» greift Thomas Vinterberg das Thema Kindsmissbrauch erneut auf, allerdings aus einer ganz anderen Perspektive. Mads Mikkelsen brilliert hier als Lucas, der so fassungslos über die Vorwürfe ist, dass er sich zunächst kaum verteidigt. Für ihn ist klar, dass die Vorwürfe falsch und absurd sind – doch selbst sein bester Freund und Vater des Mädchens glaubt ihm nicht. Lucas wird mitten während der Adventszeit zum Geächteten. Es ist gerade der analytische Blick auf die Mechanismen nach dieser Lüge, die den starken Film sehr diskussionswürdig macht.

Jagten – Die Jagd, DK 2012, R: Thomas Vinterberg, D: Mads Mikkelsen, Alexandra Rapaport, Thomas Bo Larsen; Frenetic

Bild: Andreas Stock

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