SCHLAGER: Diszipliniert zum nächsten Erfolg

Was sie anfasst, scheint zu Gold zu werden. Jetzt kommt eine neue Platte von Helene Fischer. Sie scheint genau zu wissen, was sie bieten muss.

Drucken
Teilen

Helene Fischer ist ein Phänomen. Sie tanzt, moderiert, singt und ist Entertainerin. Von ihrer Platte «Farbenspiel» – mittlerweile dreieinhalb Jahre alt – werden in Deutschland nach wie vor so viele Exemplare verkauft, dass das Album seit seiner Veröffentlichung ununterbrochen in den Charts steht. Am Freitag hat die 32-Jährige ihre neue Platte «Helene Fischer» veröffentlicht.

Helene Fischer sagt, ihre Anhänger hätten «in den letzten Jahren alles angenommen, was ich ihnen auf der Bühne präsentiert habe». Und das ist so einiges: Wenn sie in ihrer jährlichen Weihnachtsshow mit internationalen Stars zusammen singt, sitzen Millionen vor dem Fernseher. Tritt sie in Stadien oder grossen Hallen auf, zieht sie Zehntausende an – wohlgemerkt: pro Konzert. «Generell ist in meinem Job Disziplin wichtig», sagt sie. Geordnet scheint sie auch sonst zu sein. Wenn Medien um ein Interview bitten, ist das Private in der Regel tabu. Was ihre Musik angeht, ist sie allerdings offen. Rund ein Jahr habe sie sich auf die zum Album gehörige Tour vorbereitet, sagt die ausgebildete Musicaldarstellerin. Bald spielt sie fast 70 Shows in grossen Hallen. Manche Konzerte – etwa jene im Herbst in Zürich – waren ausverkauft, noch bevor nur ein Song des neuen Albums veröffentlicht war. Dass sie mit ihrer neuen Platte gleich die Chartspitze erobern wird, scheint beinahe eine ausgemachte Sache.

Viele der Songs auf «Helene Fischer» drehen sich um Liebe, Sehnsucht und die Macht der Zweisamkeit – mal als Pop-Schlager, oft als emotionale Ballade. Doch zuweilen bricht die Sängerin aus den erprobten Wegen aus Da ist etwa «Achterbahn» mit augenzwinkerndem Schnips-Beat und Autotune über dem Refrain. Möglich, dass für diesen auf Sommerhit getrimmten Song die «Atemlos»-Fussstapfen nicht allzu gross sein könnten. Gut produziert ist auch der Eurodisco-Stampfer «Herzbeben». Den singt Fischer trotz mancher Textschwäche so voller Drang, dass ihre Stimme endlich mal ein wenig nach Reibeisen klingt. Und so einen Electro-Beat muss man im Genre Schlager sowieso länger suchen. Aber Fischer scheint zu wissen, wie sie alle möglichen Geschmäcker bedient. Das spiegelt irgendwie die Frau wider, die beherrscht an ihrem Erfolg arbeitet. «Purer Helene Fischer geht nicht», sagt sie über die Platte.

Sebastian Fischer (DPA)

Aktuelle Nachrichten