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Judenretter Oskar Schindler wollte in die Schweiz flüchten – und wurde abgewiesen

Oskar Schindler wollte mit seiner Frau und sieben Juden in Kreuzlingen in dei Schweiz einreisen. Er wurde abgewiesen und für einen KZ-Aufseher gehalten.
Inge Staub
Der Zoll an der Seestrasse in Kreuzlingen.

Der Zoll an der Seestrasse in Kreuzlingen.

Am 8. Mai 1945 kapitulierte Nazi-Deutschland. Oskar Schindler, der nicht den Russen in die Hände fallen wollte, schlug sich gemeinsam mit seiner Frau Emilie und sieben jüdischen Häftlingen durch Böhmen und über Passau ins französisch besetzte Konstanz durch. Ihr Ziel war die Schweiz. Schindler befürchtete, er könnte in Deutschland bestraft werden, da er mit dem Nazi-Regime zusammengearbeitet hatte.

In einem Brief an den österreichischen Regisseur Fritz Lang schrieb er Jahre später:

«In Konstanz am Bodensee studierten wir alle Möglichkeiten, legal in die Schweiz zu gelangen, aber die Grenzer waren stur.»

Gemäss Recherchen des Schriftstellers Thomas Keneally und des Konstanzer Regionalhistorikers Arnulf Moser ereignete sich am 23. Mai 1945 folgendes: Die Gruppe besorgte sich eine Drahtschere und schnitt ein Loch in den Grenzzaun, der Konstanz und Kreuzlingen trennte. Dabei wurden sie von einer Frau beobachtet, welche die Grenzwachen alarmierte. «Sie standen nun zwar in der Schweiz, wurden dort aber sogleich festgenommen und auf die deutsche Seite zurückgebracht», schreibt Keneally. Das französische Militär filzte die neun Gefangenen, nahm ihnen ihre Habseligkeiten weg und sperrte sie ins Gefängnis. Das Ehepaar Schindler und seine Begleiter wurden immer wieder verhört.

Es endet mit Tränen

Sie standen im Verdacht, die desertierte Wachmannschaft eines Konzentrationslagers zu sein. Schliesslich wurde ein Zivilist hinzugerufen, der Polnisch sprach. Dieser versicherte glaubhaft, dass es sich um polnische Juden und ihre Retter handle. «Das endete mit einer allgemeinen Umarmung und Tränen seitens des französischen Vernehmers», schreibt Keneally. Nach zwölf Tagen Haft wurden Oskar und Emilie Schindler und ihre Begleiter entlassen. Sie blieben noch einige Tage in einem Hotel am Bodensee, das von den Franzosen besetzt war.

Von ihrem Wohnort Regensburg wanderten Oskar und Emilie Schindler 1949 nach Argentinien aus. Später kehrten beide getrennt nach Deutschland zurück. Oskar Schindler nun bettelarm, wurde in seinen letzten Jahren finanziell von «seinen Juden» unterstützt.

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