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Schauspieler freuen sich auf Komödienklassiker «Der nackte Wahnsinn» in St.Gallen

Am Freitag kommt der Komödienklassiker «Der nackte Wahnsinn» auf die Bühne des Theaters St. Gallen: Eine grandiose Farce auf den Theaterbetrieb – mit viel Spass und Schweiss für die Schauspieler. Ihr Enthusiasmus war bereits an der Matinée ansteckend.
Hansruedi Kugler
Der Spass am Stück Der nackte Wahnsinn ist ihnen ins Gesicht geschrieben: Schauspieler Matthias Albold, Regisseur Martin Pfaff, Dramaturg Armin Breidenbach und Schauspielerin Diana Dengler bei der Matinee in der Lokremise St. Gallen. (Bild: Urs Bucher)

Der Spass am Stück Der nackte Wahnsinn ist ihnen ins Gesicht geschrieben: Schauspieler Matthias Albold, Regisseur Martin Pfaff, Dramaturg Armin Breidenbach und Schauspielerin Diana Dengler bei der Matinee in der Lokremise St. Gallen. (Bild: Urs Bucher)

«Für uns Schauspieler ist dieses Stück neuronales Training», sagt Matthias Albold, «man muss in jeder Sekunde extrem wach sein.» Die drei anderen auf dem Podium nicken alle verständnisvoll und lachen zusammen mit Albold. Ihre Vorfreude auf die aberwitzige Komödienmechanik in «Der nackte Wahnsinn» ist an diesem Sonntagvormittag ansteckend, überträgt sich fünf Tage vor der Premiere bereits auf das Matinéepublikum. Die Sitzplätze, eigentlich für die Vorstellungen von «Verrücktes Blut» aufgebaut, sind fast vollzählig besetzt, trotz Schneematsch auf St. Gallens Strassen. Dramaturg Armin Breidenbach staunt und freut sich. Matthias Albold wird im Stück einen verzweifelten Regisseur spielen: «Ein gemeiner Hund, überheblich, aber untalentiert – eine Schablone, so wie man sich einen Regisseur als komödiantisches Klischee vorstellen mag.» Das schelmische Grinsen mag der Schauspieler dabei gar nicht verbergen. Denn: «Ich verstehe meine Figur ja sehr gut. Er muss ein miserables Stück inszenieren, sieht sich aber schon als Regisseur einer umjubelten Hamlet-Inszenierung an einem grossen Theater in London.»

«Über einer Doktorarbeit zu brüten, da wäre ich suizidal geworden»

Richtiger Regisseur der St. Galler Inszenierung von «Der nackte Wahnsinn» ist Martin Pfaff, der hier vor zwei Jahren Dürrenmatts späten Roman «Durcheinandertal» auf die Bühne gebracht hat – mit einem fabelhaften Bühnenbild. Damals war es eher experimentelles Theater, diesmal wolle er seine Liebe zum Komödiantischen, zur Unterhaltung ausleben, sagt er. Zur Figur des Regisseurs meint er: «Ich ­finde ihn in diesem Stück auch reizend, denn er ist überhaupt kein Zyniker, sondern versucht ja doch, das Beste herauszuholen.» Dass er selbst mit viel Humor gesegnet ist, beweist Pfaff mit der Schilderung seines Werdegangs. Regie studiert habe er nicht: «Ich studierte zuerst nutzloses Zeug, Geisteswissenschaften.» Zwei Jahre über einer Doktorarbeit zu brüten, «da wäre ich suizidal geworden». Also ging er als Regieassistent an Provinztheater, bis er dann im Deutschen Theater Berlin selbst Regie führen konnte.

Das Stück war lange auf der Wunschliste des Ensembles

Im Stück «Der nackte Wahnsinn» vermengt eine Theatertruppe das zu spielende Boulevardstück und ihre eigene Gruppendynamik mit Inkompetenz, Alkohol, Eifersucht, Liebeskummer, Texthängern zu einem veritablen Chaos. Das Publikum sieht mal die Hauptprobe, dann die hysterische Hektik hinter der Bühne während einer Aufführung. Da werden die Kulissentüren in atemberaubendem Tempo klappern. Im dritten Akt dann die letzte Vorstellung, wo die Schauspieler auf offener Bühne aus ihren Rollen fallen – mitten in ihren privaten Kleinkrieg. Armin Breidenbach nutzt das Stichwort und will von den beiden Schauspielern wissen, ob sie so ein Chaos schon erlebt hätten. Diana Dengler: «So wie in diesem Stück nicht.» Aber dass jemand am Ende einer langen Probenarbeit «Halt» sage und nochmals grundsätzlich alles in Frage stelle, habe sie erlebt. «Dann ist die ganze Energie weg. Das ist wie auf Reisen, wenn man den Zug verpasst. Da kann es auf Proben schon mal Tränen geben oder hysterische Anfälle.» Und Matthias Albold ­ergänzt: «Vor vielen Jahren habe ich mal eine Probe verlassen, weil eine Kollegin ständig andere malträtiert hatte.» Das Stück stand lange auf der Wunschliste des Ensembles. Auch wenn Diana Dengler zum rasanten Chaosstück sagt: «Sieht man das Textbuch, erschrickt man und denkt ‹wie merkt man sich das alles bloss?›.» Kollege ­Albold aber sagt: «Wenn die Komödienmechanik dann funktioniert, macht das hoffentlich auch für uns viel Spass.»

Hinweis
Premiere am Fr., 11.1., 19.30 Uhr, Theater St. Gallen

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