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SCHAUSPIEL: Nach Hause ins Nichts

Zwei Beckett-Clowns suchen ihren Autor und hoffen vergeblich auf ein Kind: Gestern Abend hatte «Einige Nachrichten an das All» von Wolfram Lotz Premiere am Theater St. Gallen – eine urknallige Show.
Bettina Kugler
Beckett lässt grüssen: Purl Schweitzke (Bruno Riedl) und Lum (Tobias Graupner) suchen nach dem Sinn ihres Hierseins. (Bild: Toni Suter)

Beckett lässt grüssen: Purl Schweitzke (Bruno Riedl) und Lum (Tobias Graupner) suchen nach dem Sinn ihres Hierseins. (Bild: Toni Suter)

Bettina Kugler

Nichts passt zueinander, alles passiert einfach: Diese Erkenntnis machen früher oder später alle Figuren in Wolfram Lotz’ Stück «Einige Nachrichten an das All», ob sie nun wollen oder nicht. Mit einem feinen Unterschied: Die einen (und das sind die Deppen, Lum und Purl, die «verkrüppelten Idioten») wissen, dass sie nur Figuren sind, und sie würden es nur allzu gern ändern. Die andern merken es gar nicht.

Nun also findet die «Explosion», die seit der Uraufführung 2011 auf zahlreichen deutschsprachigen Bühnen gespielt wurde, auch in St. Gallen statt, erstmals gestern Abend: mit glimpflichem Ausgang. Zwar krakeelt Showmaster Oliver Losehand, hier «Leiter des Fortgangs» genannt, im branchenüblichen Sensationston, und das «Applaus»-Lämpchen über der Bühne blinkt fleissig. Ein theatraler Urknall ist es dann doch nicht; das Lüftchen zu Beginn wirbelt uns nicht aus den Sitzen, und die Nachrichten an das All, von Persönlichkeiten aus Historie und Politik ausgesandt, sind erwartungsgemäss banal: Es gipfelt in der Verzweiflungsparole «Unterhaltung». Ihr kann Regisseurin Barbara-David Brüesch selbst nicht ganz widerstehen, aus Angst vor dem schwärzesten Loch. So ist der Abend eine groteske Liebeserklärung an das Theater, Weltraum unwirklicher Möglichkeiten.

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