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Eurovision Song Contest: Schafft Hänni den zweiten Coup?

Dank Luca Hänni ist die Schweiz erstmals seit 2014 wieder im Finale dabei. Bis jetzt haben er und sein Team alles richtig gemacht. Und die Gunst der Stunde genutzt. Jetzt liegt noch mehr drin.
Arno Renggli
Luca Hänni (24) freut sich, umringt von weiteren ESC-Teilnehmern, über seinen Finaleinzug. (Bild: Abir Sultan/EPA (Tel Aviv, 16. Mai 2019))

Luca Hänni (24) freut sich, umringt von weiteren ESC-Teilnehmern, über seinen Finaleinzug. (Bild: Abir Sultan/EPA (Tel Aviv, 16. Mai 2019))

Eine Überraschung war Luca Hännis Finaleinzug am Donnerstagabend in Tel Aviv nur, weil die Schweiz in den letzten Jahren meistens vorzeitig ausgeschieden war. Aber bei Experten und Buchmachern hatte sein Song «You Got Me» (mit dem assoziationsreichen Zusatz «Dirty Dancing») im Vorfeld als sicherer Anwärter fürs Weiterkommen gegolten.

Dass trotzdem bis zum vorletzten Finalticket gezittert werden musste, war Zufall, denn die Reihenfolge widerspiegelt nicht die (noch unbekannte) Punktzahl. Umso grösser war dann die Erleichterung, wie Luca Hänni zu Protokoll gab: «Wir haben alle geweint auf dem Sofa. Ich hasse solche Momente, in denen es um Entscheidungen geht.»

Hänni konnte am Donnerstag auch die Gunst der Stunde nutzen: Er startete zwar im stärkeren Halbfinale, dafür waren in diesem auch Deutschland und Österreich stimmberechtigt, wo Hänni dank seinem Sieg bei «Deutschland sucht den Superstar» eine hohe Bekanntheit hat. Zudem gehörte er zu den Auserwählten, die während der Show ein Backstageinterview geben durften. Was er mit Charme tat.

Das Gesamtpaket in die Waagschale geworfen

Aber vor allem ist der Finaleinzug der verdiente Lohn für einen tollen Auftritt. Hänni warf sein Gesamtpaket – Singen, Tanzen, Aussehen – in die Waagschale. Der Song selber ist eine offensichtliche Reissbrettkonstruktion, genau auf Hänni zugeschnitten. Kalkuliert auch der musikalisch-rhythmische Mix aus lateinamerikanischen und östlichen Elementen, gut auf ein möglichst breites Zielpublikum abgestimmt. Alles passt zusammen, samt bombastischer Optik, ohne die man beim Contest nicht mehr auskommt. Auch die vorgängige Medienpräsenz von Song und Künstler war bestens organisiert.

Was also liegt drin im heutigen Finale? Das Teilnehmerfeld ist stark. Vor allem auch die westeuropäischen Länder haben teils aussichtsreiche Songs am Start, Holland und Schweden gelten als Topfavoriten. Man spricht aber auch von Russland, Italien, Aserbaidschan und sogar der Zirkusnummer Australiens.

Top Ten – oder sogar noch mehr

Hänni gehört ebenfalls zum erweiterten Favoritenkreis, mindestens Top Ten müsste drinliegen, weniger wäre eine Enttäuschung. Als letztem Schweizer Act gelang dies 2005 Vanilla Ninja mit Platz 8. Und der Song von Hänni ist doch klar besser.

Falls ihm gar der ganz grosse Coup gelänge, könnte eine Frage Fahrt aufnehmen, die im Netz umhergeistert: Ist die Ähnlichkeit zu anderen Songs wie etwa Luis Fonsis Megahit «Despacito» zu gross? In der Tat sind die Akkordfolgen fast identisch, wie allerdings bei Tausenden anderer Titel auch. Ob solches bei dieser Art von Musik, die nicht von komplexen Harmonien und Rhythmen lebt, überhaupt relevant ist, sei dahingestellt. Auch die letztjährige Siegerin Netta sah sich mit Plagiatsvorwürfen konfrontiert, die man aussergerichtlich regelte. Doch bevor das im Falle von Luca Hänni wirklich interessieren könnte, müsste er heute Abend sehr viele Punkte sammeln.

Finale des Eurovision Song Contests: Samstag, 18. Mai, 21 Uhr, SRF1.

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