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Zaubersee-Festival: Russische Kammermusik hoch emotional

Gerda Neunhoeffer
Das Maisky-Trio mit Sohn Sascha, Tochter Lily und Vater Mischa. (Bild: PD)

Das Maisky-Trio mit Sohn Sascha, Tochter Lily und Vater Mischa. (Bild: PD)

Geballte Leidenschaft und romantische Intensität erlebten die vielen Besucher im Hotel Schweizerhof am Mittwochabend. Das Eröffnungskonzert des 7. Zaubersee-Festivals, das im Zeichen russischer Kammermusik steht, wurde mit dem Maisky-Trio hoch emotional. Cellist Mischa Maisky, der im Januar zu seinem 70. Geburtstag im KKL mit den Festival Strings gefeiert worden war, zeigte nun mit Tochter Lily (31) und Sohn Sascha (29) sein unverwechselbares Spiel.

In der berühmten «Vocalise» von Rachmaninoff, eingerahmt von «Melodie» und «Elegie» aus op. 3, versenkte er sich ganz in die melancholischen Kantilenen. Mit seinem starken Vibrato und hauchleisen bis dramatischen Tönen verband er sein Spiel mit der durchsichtig abgestimmten Klavierbegleitung seiner Tochter. Ebenso stark interpretierten sie Skrjabins Romance und das Herbstlied von Tschaikowsky.

Dramatisches Largo, sarkastisches Allegro

In der Cellosonate op. 40 von Schostakowitsch wurde der zweite Satz derart explosiv gestaltet, dass die Zuhörer in spontanen Zwischenapplaus ausbrachen. In grandioser Einheit spielten sich Vater und Tochter durch das dramatische Largo, um im ironisch-sarkastischen Allegro ihre ganze Virtuosität auszureizen.

Das Klaviertrio Nr. 2 e-Moll, das Schostakowitsch 1944 nach dem Tod seines Freundes Iwan Sollertinski geschrieben hat, wurde vom Maisky-Trio ausdrucksvoll interpretiert. Das extrem hohe Flageolett des Cellos und das dunkle Spiel der Violine führten in den Trauermarsch.

Wie Sascha Maisky in die Tongebung seines Vaters einstimmte, war phänomenal. Und mit ungebremstem Temperament loteten die drei Künstler alle Grenzen in dem sich ständig steigernden Allegretto aus. Danach hätte es keine Beethoven-Zugabe mehr gebraucht.

Das Festival dauert noch bis Sonntag: www.zaubersee.ch

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