«Rubber»: Der Killer-Pneu

Er gehörte zu den Lieblingen des letztjährigen Filmfestivals in Locarno: «Rubber» von Quentin Dupieux verbindet das Trash- und Horrorkino der 1970er-Jahre («Der Angriff der Killertomaten») mit dem absurden Theater von Eugène Ionesco und der B-Movie-Affinität eines Tarantino.

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Er gehörte zu den Lieblingen des letztjährigen Filmfestivals in Locarno: «Rubber» von Quentin Dupieux verbindet das Trash- und Horrorkino der 1970er-Jahre («Der Angriff der Killertomaten») mit dem absurden Theater von Eugène Ionesco und der B-Movie-Affinität eines Tarantino. Doch der Franzose macht daraus etwas sehr Eigenständiges: einen Genre- und einen Metafilm zugleich, ein Lehrstück darüber, wie die Regeln des Hollywood-Kinos funktionieren – und wie man diese Regeln bricht oder ad absurdum führt. Und was das wieder mit uns Zuschauern zu tun hat. Das ist in seinem Irrwitz unverschämt unterhaltsam und bei allem Blödsinn unglaublich clever. Der psychopathische Pneu, der hier durch die Wüste rollt und alles sprengt, was sich ihm in den Weg stellt, ist eine herrlich schräge Kinophantasie. (as)