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Orchester Musikfreunde unter neuer Leitung: Robert der Zweite startet slawisch kraftvoll

Robert Bokor hat vorgestern in der Tonhalle sein erstes Konzert mit dem Orchester Musikfreunde St. Gallen gegeben. Es herrscht ein frischer Ton: satt, virtuos und kantig. Das süffige Programm passte dazu.
Martin Preisser
Dirigent mit Temperament: Robert Bokor. Bild: Martin Preisser

Dirigent mit Temperament: Robert Bokor. Bild: Martin Preisser

Als «Robert den Zweiten» hat der langjährige Dirigent Robert Jud bei seinem Abschied seinen Nachfolger humorvoll betitelt. Für Kontinuität steht, das merkte man beim Konzert des Orchesters Musikfreunde St. Gallen, nur der Vorname. Der neue Dirigent Robert Bokor setzt neue Akzente. Das Orchester hat nach wenigen Monaten unter seiner Führung eine andere Ausstrahlung. Kantiger, mit ziemlich sattem Klang, und mit scharf konturierten, oft eher straff gedachten Linien scheint es der neue Dirigent zu wollen, der mit seinem Temperament, aber auch mit seiner Erfahrung als virtuoser Geiger dieses Laienorchester motiviert.

Mit kraftvoller Farbpalette

Mit Dvořáks neunter Sinfonie «Aus der Neuen Welt» legt sich jedes Laienorchester die Latte ziemlich hoch. Dem Orchester Musikfreunde St. Gallen gelingt eine füllige und fliessende Interpretation, mit den Stärken in den von Robert Bokor oft recht heroisch gedachten Forte-Partien. Der manchmal auch nachdenklichere Ton dieser Sinfonie steht hier eher weniger im Vordergrund. Dafür kann das Orchester mit einer kraftvollen Farbpalette punkten.

Eine echte Entdeckung war der Pianist des Abends, der erst 19-jährige Simon Bürki. Der junge St. Galler studiert in Moskau, und das merkt man seiner stupenden Technik auch an. Rhythmisch extrem sauber, mit glänzender Virtuosität, kraftvoller Gestik und konzentrierter Präsenz geht da ein ganz Junger, bereits mit einigen Wettbewerbserfolgen, an Schostakowitschs ironisch-sarkastisches, aber auch humorvolles Konzert für Klavier, Trompete und Orchester. Bei aller makellosen Brillanz und kernigem Ton des Pianisten war der ebenfalls noch junge Trompeter des Abends, Cédric Peier, ein eleganter Gegenpart zum Klavier, mit schlankem, wunderbar direktem, sofort ansprechendem Ton.

Ein serbisch-russischer Marsch

«Die slawische Seele» war das erste Programm mit Robert Bokor betitelt. Der Dirigent verstand die Werkauswahl als eine Art Hommage an seine eigenen (serbischen) Wurzeln. Perfekt für den recht martialischen Einstieg erklang eine süffige Kriegsmusik aus der Feder Tschaikowskys, die der Komponist selbst als serbisch-russischen Marsch bezeichnete. Robert Bokor liess es da erst mal richtig krachen. Das Orchester Musikfreunde liess sich dazu gerne hinreissen.

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