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Rexer macht Comedy mit seinem Bauch

Florian Rexer füllt mit Selbstironie und einigen derben Scherzen ein «best of Rexer»-Programm. Sympathischerweise nimmt er sich selbst aufs Korn – oder soll man sagen am Bäuchlein?
Hansruedi Kugler
Florian Rexer verliert in der Alten Stuhlfabrik Herisau immer mal wieder die Kontrolle vor dem Kühlschrank. (Bilder: Urs Bucher)

Florian Rexer verliert in der Alten Stuhlfabrik Herisau immer mal wieder die Kontrolle vor dem Kühlschrank. (Bilder: Urs Bucher)

Florian Rexer kommt natürlich zu früh auf die Bühne. Erstes Fettnäpfchen! Denn da ist Regula Alder, die Hausherrin der Alten Stuhlfabrik, noch an ihrer Begrüssung. Der Saal ist mit rund 140 Gästen ausverkauft. Missgeschicke, Peinlichkeiten, eben «Fettnäpfchen»: Darüber wird der umtriebige Organisator und Regisseur der Schlossfestspiele Hagenwil, Schauspieler, Moderator und Theaterunternehmer Rexer nun eine Stunde lang berichten. In Episoden, von denen er jeweils sagt: «Ist wirklich passiert!» Sympathischerweise nimmt er sich selbst aufs Korn – oder soll man sagen am Bäuchlein?

Letzteres steht schliesslich unübersehbar auf der Bühne und im Zentrum jeder Pointe des Programms – zumindest vor der Pause. Denn nach der Pause packt er seinen Schlagerrucksack aus: Florian Rexer singt nämlich fürs Leben gern, imitiert und parodiert dabei von Howard Carpendale über Elvis Presley bis zu Peter Maffay eine ganze Riege von Schlagersängern. Einiges davon sehr gekonnt, einiges hat er auch in seinem anderen Soloprogramm «Der Götti» zum besten, wo er einen melancholischen, zynischen Mafiaboss spielt.

Er parodiert den Elvis, einen Mafiaboss und er packt den Schlagerrucksack aus.

Er parodiert den Elvis, einen Mafiaboss und er packt den Schlagerrucksack aus.

Wie er etwa den gepressten Schreigesang von Herbert Grönemeyer als Symptom einer akuten Verdauungsstörung mit zusammengepressten Arschbacken karikiert, hat jenen für Florian Rexer typisch derben Humor, der satirisch entlarvend und trotzdem so überdreht karnevalesk wirkt, dass man einfach lachen muss. Auch weil der Rexer dabei immer auch so etwas sympathisch Knuffiges hat.

Das nächste Fettnäpfchen kommt bestimmt

Die Grönemeyer-Parodie versteht man, weil Florian Rexer von seinem nachmittäglichen Fettnäpfchen berichtet. Er mache ja kein Comedy mit Toast, Bart oder Afrika, nein er mache Comedy mit Bauch. Gegen das Bauchweh vor der Premiere habe er alles versucht: Milch, Banane, Joghurt – blöderweise alles zusammen. So müsse er nun eben die Arschbacken zusammenpressen, wegen dem Einlauf.

Das nächste Fettnäpfchen kommt sofort:

«Und wo ist mein Speckzettel, äh Spickzettel?»

Die Dicken-Witze hat er ohnehin gut studiert, die kokettieren immer mit der eigenen Unbeherrschtheit vor dem Kühlschrank, zeigen dann ins Publikum, wo garantiert immer auch ein leicht bis deutlich Übergewichtiger in der ersten Reihe sitzt. Auf das gespielt Aufrichtige und Selbstgefällige: «Ich bin verfressen, aber man sieht es mir nicht an», folgt dann der Humor-Angriff: «Grad Du musst lachen, Du da in der ersten Reihe. Mit Dir sitzt mein leibhaftiger Rückfall vor mir.» Er sei nämlich in einer Ayurveda-Panscha-Karma-Schlankheitskur gewesen in «Schri Lanka», sagt Rexer. Zum Beweis turnt er eine einfache Yoga-Nummer auf dem flachen Mätteli.

Nächste Station: Auftritt bei Dominic Deville

Der knallrote Kühlschrank auf der Bühne steht nicht umsonst da, die angepinnten Fotos wecken Erinnerungen an Begegnungen mit Prominenten, die er allesamt immer verwechselt. Rexer schwäbelet herzig, wenn er über seine Heimatstadt Tuttlingen erzählt. Auch einige der Pointen, in denen er in «Fettnäpfchen» über seine Missgeschicke als Deutscher in der Schweiz berichtet, gibt er im «Der Götti». Und fügt ein paar andere hinzu: Er habe etwa soviele Kilos abgenommen, dass ihn seine Gesichteserkennungs-App nicht mehr erkenne.

Gemessen an den Publikumslachern scheint das Tryout gelungen. Die zwei Teile ergänzen sich, Florian Rexers Talent als Entertainer und Moderator sind offensichtlich. Geplant sei ein weiteres Tryout in der Sendung von Dominic Deville. Danach gehe es nochmals in den Proberaum und ab Herbst soll es mit «Fettnäpfchen» und «Der Götti» auf Tournee gehen.

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