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REVUE: Diener dreier Herren

Mit einem schrillen Stück feiert Schloss Girsberg drei runde Todestage: Ferdinand Zeppelin, Baronin Alexa, ­Fotografin Jeannine Le Brun. Ein Probenbesuch bei Michaela Bauer und Frédéric Bolli.
Schloss Girsberg: Michaela Bauer und Frédéric Bolli singen und spielen im «Haus voller Geschichten». (Bild: Dieter Langhart)

Schloss Girsberg: Michaela Bauer und Frédéric Bolli singen und spielen im «Haus voller Geschichten». (Bild: Dieter Langhart)

Ein Afrikaner im bunten Bastrock spielt Flügel, eine Kolonialherrin mit Tropenhelm und Federboa wirbelt singend über die Bühne – das kann ja heiter werden. Das wird heiter werden. Die beiden heissen Jérôme und Pauline, und ihre Vorgänger hatten den Herrschaften auf Schloss Girsberg gedient. Die sind längst tot: Schlossherr und Luftschiffbauer Ferdinand Zeppelin seit hundert Jahren, Fotografin und Puppensammlerin Jeannine Le Brun seit vierzig, seit zwanzig Jahren Schlossretterin und Zeppelin-Enkelin Alexa Baronin von Koenig-Warthausen.

Dienstboten sind neugierig. Also kramen Pauline und Jérôme in Koffern und Kleiderschränken, finden Briefe und Geschichten, lachen und tuscheln. Und dann wecken sie die Vergangenheit und singen und spielen und tanzen sich durch die spannende Geschichte des Schlosses. «Ein Haus voller Geschichten» ist eine verspielte und süffige Revue, die frei mit ihrem Rohstoff umgeht. Die zwei Akteure verzahnen zahllose Rollen auf der Bühne der Kulturscheune: Michaela Bauer, als Regisseurin oft im Thurgau anzutreffen, und Frédéric Bolli, Musiker und Komponist und nach Konstanz ausgewanderter Frauenfelder.

Alles ist historisch belegt, bis zur «Zeppelin-Polka»

Beim Erzählen flechten sie Hintergrundwissen über Schloss und Bewohner ein. Von den Schlossbesitzern Kurt und Yolanda Schmid-Andrist hat das Duo alte Briefe und Dokumente erhalten. «Alles ist wahr im Stück», sagt Michaela Bauer, «auch die Requisiten sind original.» Frédéric Bolli hat zum Inhalt passende Lieder herausgesucht, etwa Emmerich Kálmáns «Zeppelin-Polka» aus dem Jahre 1914. Neueres aus der leichten Muse und dem Chanson hat er im Repertoire der Baronin Alexa gefunden, einer Opernsängerin, die das Gut Girsberg 1964 übernahm. «Wir haben uns überall bedient», sagt Bolli, «ich habe auch Gedichte von Otto Teich oder Ferdinand Zeppelins Vater vertont.»

Michaela Bauer betont, wie zentral der Humor sei in dieser musikalischen Geschichtsstunde. Sie war ursprünglich als «etwas Kleines» geplant, als Lesung. Doch bald war den beiden klar: eine szenische Umsetzung wird den «Selbstdarstellern auf Girsberg» viel eher gerecht. Versprochen wird laut Schlossherr Schmid-Andrist ein «amüsanter Tratsch mit Musik». Und wie!

Dieter Langhart

dieter.langhart@tagblatt.ch

Sa, 26.8., 20 Uhr (ausverkauft) So, 27.8., 11 Uhr, mit Apéro Reservation: schloss-girsberg.ch

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