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Das Gutenberg-Museum zeigt den revolutionären Umbruch

Das Gutenberg-Museum in Freiburg dokumentiert eine Entwicklung, die von der Informationstechnologie gerade überrollt wird.
Urs Bader
Ein Fachmann erklärt eine «historische» mechanische Setzmaschine, mit der Druckzeilen hergestellt werden können. (Bild: Gutenberg-Museum)

Ein Fachmann erklärt eine «historische» mechanische Setzmaschine, mit der Druckzeilen hergestellt werden können. (Bild: Gutenberg-Museum)

Die aktuelle rasante Entwicklung in der Informationstechnologie und in der Kommunikationsindustrie verändert viele Bereiche unserer Kultur grundlegend. Ähnliche Folgen hatte es, als Mitte des 15. Jahrhunderts Johannes Gutenberg die beweglichen Metalllettern, die Druckerschwärze und die Hebelpresse entwickelte.

Ohne die Erfindung des ­modernen Buchdrucks wäre ­beispielsweise die Reformation kaum möglich geworden. Plötzlich konnten Bibeln gedruckt und mussten nicht mehr abgeschrieben werden, konnten Reformatoren Flugschriften rasch und in hoher Zahl unters Volk bringen.

Umbruch verschafft dem Museum Aktualität

Die heutige technologische Entwicklung trifft gerade vieles von dem, was auf die Erfindungen Gutenbergs zurückgeht. So müssen Bücher und Zeitungen nicht mehr gedruckt werden, um zu ihren Lesern zu gelangen.

Dies verschafft dem Gutenberg-Museum in der Altstadt von Freiburg unmittelbare Aktualität. Direktor Stefan Ledergerber will denn auch deutlich machen, dass das Museum etwas zu tun hat mit allen von uns, auch als «Ort des Verstehens von Vergangenheit als Basis einer gemeinsamen Zukunft». «Am wichtigsten ist mir, dass sich das Museum mit der Gesellschaft bewegt», sagt er. «Wenn wir nicht auf deren Anliegen eingehen und deren Bedürfnisse und Anforderungen nicht bearbeiten, sind wir allenfalls noch ein betreutes Depot.»

Die permanente Ausstellung im historischen Kornhaus dokumentiert auf drei Etagen mit Wachsfiguren, Maschinen, Geräten, Grafiken, Schrifttafeln und einer Multimediaschau die Entwicklung des Druckwesens in Europa: von der Handschrift zur Druckschrift, vom Handwerk zur Industrialisierung, von der Mechanisierung zur Automatisierung. Thematisch setzt die Ausstellung ein mit der Herstellung des Buches vor 1450 und endet bei Fotosatzgeräten der ersten Generation. Im Keller vermitteln ein ­altes Buchbinder- und ein Buchdruckeratelier, die mit funktionstüchtigen Maschinen ausgerüstet sind, traditionelle Techniken des Satzes, des Drucks und der Buchbinderei.

Maschinen virtuell zum Laufen bringen

Sachverwandte Wechselausstellungen – zurzeit über den kanadischen Buchillustrator John Howe, bekannt durch Herr der Ringe –tragen zur Attraktivität des Museums bei.

Wie Stefan Ledergerber erklärt, soll die Ausstellung weiterentwickelt werden unter dem Stichwort «augmented reality», erweiterte Realität. Die zahlreichen ausgestellten Maschinen und einzelne Produktionsverfahren sollen über mobile Geräte «zum Laufen» gebracht werden.

Sonderausstellung bis 25.11., gutenbergmuseum.ch

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