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Reisereporter Michael Hug hat alle Freiheit dieser Welt

Drei Dinge braucht der Mann: Block, Stift, Kamera. Dann ist Michael Hug Journalist. Drei Dinge braucht er als Reiseschriftsteller: Laptop, WLAN, Neugier. Dann gibt er seinen Hund in Obhut, packt den Koffer, reist los.
Dieter Langhart
Michael Hug hat bereits wieder Fernweh. (Foto: Dieter Langhart)

Michael Hug hat bereits wieder Fernweh. (Foto: Dieter Langhart)

«Nicht da hin, wo alle hingehen. Ich will genau hinsehen, falsche Bilder korrigieren.» Also nicht mit dem Strom, lieber gleich daneben. Der Weg ist das Ziel, und da liegen die Geschichten. Eben ist Michael Hugs fünftes Reisebuch erschienen: «Sakartwelo». Die Reise nach Georgien hatte in Manhattan begonnen.

«Ich will mehr sehen als weisse Strände»

Vorbereitung? Ideen sammeln, Route und Stationen festlegen, das weitere ergibt sich unterwegs, während er schaut und seinen Blog auf grippedbag.ch schreibt. «Jede meiner Reisen ist ein Projekt, mit dem ich einer Idee folge», sagt Michael Hug. «Ich habe alle Freiheit dieser Welt. Ich will mehr sehen als weisse Strände.» Schon als Bub war er mit seinem Vater, einem Handelsreisenden, viel unterwegs. Der Gotthard zog ihn magisch an, mit 14 hötterlete er auf dem Töffli nach Südtirol, entging dem «Vorschlag» in der RS durch einen unbefristeten Auslandaufenthalt. «Aber später, als Techniker im Ausland und dreifacher Vater, war ich zu viel unterwegs.» Dann, vor neunzehn Jahren, Besinnung und Loslösung.

Seine Bücher sind aufwendig, aber schön

Rund um ein Kloster auf Athos kreist das erste Buch «Mediterranea» des «Weltwanderers und Heimatverbundenen», der seine Berichte davor im «Zeigerzine» veröffentlicht hat. Nach «Tre Vulcani», dem zweiten Band, nahm Michael Hug das Heft selber in die Hand, gründete den Verlag «grippedbag», also «gepackter Koffer». Seine Bücher bringt er gern im Bauchladen und mit Widmung vor die Haustür, verkauft sie an Märkten, liest und hält Vorträge und erzählt meist andere Geschichten als jene im Buch. Michael Hug schätzt den direkten Austausch mit Lesern. «Aufwendig, aber schön. Im Buchhandel kauft meine Bücher nur, wer schon von ihnen gehört hat.» Sein Stil ist unverwechselbar: süffig, direkt, launisch. Seine Fangemeinde wächst und wächst und meint: «Hat man sich eingelesen, kommt man nicht mehr ­davon los.»

Er hat «noch ein paar Fürze im Kopf»

Wohin zieht es Hug als nächstes? Tristan da Cunha! «Hinkommen ist das Ziel, unterwegs zu sein ist geil.» Er fliegt nach Kapstadt, die Überfahrt mit dem Fischtrawler dauert sechs Tage, ebenso lang der Aufenthalt auf der abgelegensten Insel der Welt. Und ja, er habe «noch ein paar Fürze im Kopf» mit seinen sechzig Jahren, grad war er in Tschernobyl, im Sudan und in Mauretanien. Und wo sieht sich Michael Hug in fünf Jahren? «Bis dann habe ich zehn Bücher veröffentlicht und mit der AHV erstmals wieder ein gesichertes Einkommen.»

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