REICHHALTIGES PROGRAMM: Sieben Tipps für das Zurich Film Festival

Wer sich das Programm des 13. Zurich Film Festivals ansieht, könnte den Überblick verlieren ob all den Möglichkeiten. Wir haben aus dem umfangreichen Programm sieben Tipps ausgewählt.

Andreas Stock
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Qual der Wahl: Am Zurich Film Festival ist das Programm reichhaltig. (Bild: WALTER BIERI (KEYSTONE))

Qual der Wahl: Am Zurich Film Festival ist das Programm reichhaltig. (Bild: WALTER BIERI (KEYSTONE))

Zehn verschiedene Programmschienen laden am Zurich Film Festival dazu ein, sich auf aktuelles Filmschaffen aus der weiten Welt einzulassen. Vom Hollywood-Spektakel über Dokumentarfilme aus Indien und Mexiko bis zu Spielfilmen aus ganz Europa. Dazu kommen Filme für Kinder, ein Filmmusikwettbewerb und Gespräche mit Filmschaffenden und Stars. Unsere Tipps für Sie:

Glenn Close (Bild: Frank Gunn (AP))

Glenn Close (Bild: Frank Gunn (AP))

Eine Stunde mit Glenn Close

Die "Masters" sind moderierte Gespräche, in denen Stars über ihre Arbeit reden und auf ihr Schaffen zurückblicken. Die Gespräche im Filmpodium sind eine Gelegenheit, knapp eine Stunde den Schauspielerinnen Glenn Close (2.10.) und Alicia Vikander (29.9.) zu lauschen. Oder zu hören, was Schauspieler Andy Serkis ("Gollum" in der "Herr der Ringe"-Trilogie) unter anderem über sein Regiedebüt "Breathe" zu sagen hat, das am ZFF zu sehen ist. Glenn Close ist bekannt für meist tatkräftige Frauenfiguren in Filmen wie "Fatal Attraction", "101 Dalmatiner" oder "The Girl with all the gifts". In Zürich präsentiert sie ihren neuen Film "The Wife".
 

Junges Schweizer Kino

In drei Kategorien gibt es einen Wettbewerb: Internationales Kino, Filme aus der Schweiz, Österreich und Deutschland sowie Dokumentarfilme. Diese Programme laden dazu ein, oft noch wenig bekannte Filmschaffende zu entdecken.

«Gook» (Bild: pd)

«Gook» (Bild: pd)

Zum Beispiel "Gook", das autobiografisch gefärbte Drama des in den USA lebenden Koreaners Justin Chon. Der Schwarzweiss-Film spielt im Los Angeles von 1992 und dreht sich um eine koreanische Familie, die während der Unruhen zwischen die Fronten von Schwarzen und Weissen gerät. Eine lyrische Coming-of-Age-Geschichte erzählt "Blue My Mind" von Lisa Brühlmann, deren Film aktuell auch am Festival in San Sebastian läuft. Die Zürcherin begann als Schauspielerin und hat hiermit nach mehreren Kurzfilmen ihren ersten Langspielfilm realisiert.

Szene aus «On Body And Soul». (Bild: pd)

Szene aus «On Body And Soul». (Bild: pd)

Siegerfilm aus Ungarn

Die zarte Aussenseiter-Liebesgeschichte "On Body And Soul" von Ildikó Enyedi wurde heuer mit dem Goldenen Bären an der Berlinale ausgezeichnet. Überhaupt macht das junge ungarische Kino mit inhaltlich und formal aussergewöhnlichen Werken wieder international von sich reden. Das ZFF zeigt 18 Filme, darunter auch die Rassismus-Parabel "White God" oder das oscarprämierte Holocaust-Drama "Son Of Saul".
 

Das Fernsehen kommt ins Kino

Unterwegs in den Strassen von Berlins Neukölln mit einem libanesischen Clanchef ("4 Blocks") oder im kargen Norden Norwegens einem Mörder auf der Spur ("Monster"): Nach Cannes und Venedig bezieht auch Zürich Fernsehproduktionen ins Programm mit ein – in Form von Serien, die aktuell im Gespräch sind. Zwei kommen aus den USA, die Mystery-Kurzfilm-Serie "Pineapple", die an David Lynch erinnern soll, und die Superhelden-Satire "The Tick" (Amazon).

In der israelischen Thriller-Serie "Your Honor" schliesslich verstrickt sich ein aufstrebender Richter immer tiefer in kriminelle Machenschaften, um seinen Sohn zu retten. Je nach Länge werden einzelne Episoden oder die Serie in voller Länge gezeigt. Der Eintritt zu allen Vorstellungen in dieser Sektion ist frei.

Szene aus «Blade Runner». (Bild: pd)

Szene aus «Blade Runner». (Bild: pd)

"Blade Runner": Premiere

Keinem Film in diesem Kinoherbst wird mit so hohen Erwartungen entgegengefiebert wie "Blade Runner 2049", der Fortsetzung des Kultstreifens "Blade Runner" von Ridley Scott aus dem Jahr 1982. Nun hat sich Regisseur Dennis Villeneuve, der zuletzt mit "Sicario" und "Arrival" begeisterte, an eine Fortsetzung gewagt, die drei Jahrzehnte später spielt. Mit dabei ist auch wieder Harrison Ford, der neben Ryan Gosling ("La La Land") zu erleben ist. "Blade Runner 2049" läuft am ZFF einen Tag bevor er dann bereits in die Schweizer Kinos kommt.
 

Jake Gyllenhaal persönlich

Der US-Schauspieler Jake Gyllenhaal hat in den letzten Jahren mit einprägsamen Charakterrollen auf sich aufmerksam gemacht. Erinnert sei nur an "Brokeback Mountain", "Prisoners" oder "Nightcrawler". Am ZFF wird er seinen neuen Film vorstellen, mit dem er Chancen haben könnte, seine erste Oscar-Nomination als Hauptdarsteller zu bekommen. Im Film "Stronger" spielt er einen Mann, der am Boston-Marathon mitgelaufen ist, als es dort einen Bombenanschlag gab.
 

Eine restaurierte Perle

Dieser Schweizer Filmklassiker ist einer der wenigen Filme, die in der Ostschweiz gedreht wurden. Die Literaturverfilmung "Das Menschlein Matthias", an Originalschauplätzen in Rorschach und im Appenzeller Vorderland gefilmt, entstand 1941. Das ZFF zeigt am 5. Oktober als Premiere die aufwendig restaurierte und digitalisierte Fassung dieses Bijous aus der Schweizer Filmgeschichte. Der Film handelt von der Jugend des unehelichen Matthias und spielt im Arbeitermilieu in der Ostschweiz.