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Rauher Diamant

«Together Alone» Die Schottin Alex Hepburn (27) überzeugt mit bluesgetränktem Gesang und ihrem Talent als Songschreiberin. Dass sie überhaupt zur Musik kam, verdankt sie dem bissigen Hund des Klavierlehrers. Reinhold Hönle
Alex Hepburn hält es für unnötig, dass man sie mit anderen Künstlerinnen vergleicht. (Bild: pd)

Alex Hepburn hält es für unnötig, dass man sie mit anderen Künstlerinnen vergleicht. (Bild: pd)

Alex Hepburn, alle schwärmen von Ihrer rauhen Bluesstimme. Wird Ihnen das nicht langweilig?

Alex Hepburn: Keineswegs, davon werde ich nie genug bekommen! Es ist einfach grossartig und macht mich sehr glücklich.

Welches Kompliment hören Sie am liebsten?

Hepburn: Da ich es nicht mag, wenn mich die Leute mit anderen vergleichen, ist es für mich das grösste Kompliment, wenn man nicht sagt: «Du klingst wie…»

Haben Sie Ihr Débutalbum «Together Alone» (zusammen allein) getauft, weil Sie sich in einer Beziehung allein fühlten, oder weil jeder allein auf dieser Welt ist?

Hepburn: Beides trifft zu. Ich habe erfahren, dass man sich alleine fühlen kann, obwohl man von Menschen umgeben ist. Wenn ich Leute in der Londoner U-Bahn beobachte, sehen alle einsam aus – sogar Paare, die vielleicht schon ewig zusammen sind… Einsamkeit ist aber nicht nur ein Killer, manche Menschen mögen es, mit sich allein zu sein. Ich zum Beispiel!

War dieses Gefühl schon da, bevor Sie den Blues entdeckt haben?

Hepburn: Ich denke, das Leben lebt einen so, wie man das Leben lebt. Macht das Sinn? (Lacht.) Es führt einen in die Richtung der Musik, die einem entspricht. Ich bin Bluessängerin aus Berufung.

Welches war Ihre erste prägende musikalische Erfahrung?

Hepburn: Ich interessierte mich immer für Musik, war besessen von den Platten meiner Mutter, die dann wollte, dass ich Klavier spielen lerne. Als mir Apricot, der Pudel meines Lehrers, in der dritten Klavierstunde ins Bein biss, wollte ich dort nie wieder hin und habe mir das Klavierspielen selbst beigebracht.

Träumten Sie damals schon davon, einmal auf einer Bühne zu stehen?

Hepburn: Nein. Als ich Texte zu schreiben begann, war das zuerst mehr eine Therapie. Während andere Mädchen zum Reden ins Fitnesscenter gehen, hat sich bei mir der Gesang daraus entwickelt. (Lacht.) Ich sass nicht da und überlegte mir: «Wie kann ich berühmt werden?» Das ist eh ein doofer Grund, um Dinge zu tun. Mit einem Sex-Tape könnte schliesslich jeder berühmt werden!

Wie haben Sie es mit Ihrer Musik geschafft?

Hepburn: Ich habe viele Songs geschrieben, 257 Lieder in den letzten Jahren. Die Plattenfirma wollte den richtigen Sound für mich finden. Ich wollte aber bei Gesang und Piano bleiben. Einzig die Single «Under» tönt poppiger, weil sie fürs Radio produziert wurde.

Stört Sie das?

Hepburn: Nein, die Produzenten müssen ihren Job machen. Aber ich stellte sicher, dass das Album so klingt, wie ich es mir vorstellte.

Und wie stellten Sie es sich vor?

Hepburn: Ich wollte einen warmen, runden Sound, der weder zu modern noch allzu retro klingt. Es war schwierig, das hinzubekommen, ohne dass es nach Amy Winehouse klingt. Ich bin noch am Lernen… (Lacht.)

Was bedeutet Ihnen Janis Joplin, an die Sie speziell bei «Pain Is» erinnern?

Hepburn: Alle fragen mich das. Wahrscheinlich, weil wir beide sehr gebrochene Stimmen haben. Sie war nicht mein Idol, aber ich habe grossen Respekt vor ihr.

Sie haben Ihren Hit «Under» nach der Trennung von Ihrer ersten grossen Liebe geschrieben. Erinnert er Sie nun immer wieder an diesen schweren Moment?

Hepburn: Allerdings, und die Person, die mich verliess, war mehr als nur mein Lover – er war auch mein Manager und Businesspartner. Das ist noch viel schlimmer. Ich kam mir vor, als ob er mich eben beerdigt hätte. Aber «Under» erzählt von etwas noch viel Schrecklicherem, von häuslicher Gewalt. Eine Frau, die tot ist, erinnert sich an ihre Abhängigkeit von dem Mann, der sie misshandelte. Leider erklärt der Videoclip dies nicht gut genug, da einmal mehr niemand auf mich hörte...

Weshalb ist auf Ihrem Album-Cover nur Rauch, aber keine Zigarette zu sehen?

Hepburn: Das Problem ist, dass ich im Stress viel zu viel rauche und die besten Bilder der Fotosession diejenigen waren, wo ich mich bei einer Zigarette entspannte. Bei einem davon wussten alle sofort: Das ist das Album-Cover! Die Zigarette mussten wir jedoch wegretuschieren, weil ich nicht propagieren möchte, dass Rauchen cool ist. Ich war dumm genug, damit anzufangen, als ich noch sehr jung war, und hätte das Vermögen nur allzu gerne gespart, das ich schon ausgegeben habe, um mich umzubringen…

Alex Hepburn live: 24.4. Bierhübeli, Bern, und 21.7. Gurten Festival, Bern

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