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RAPPER: Gratis zum reinhören: "Lo & Leduc" machen Fans ein Geschenk

Das Berner Duo Lo & Leduc zählen zu den erfolgreichsten Musikern der Schweiz. Luc Oggier alias Leduc erklärt, warum man ihr sechstes Rap-Album "Update 4.0" gratis herunterladen kann.
Raphael Zemp
Die Rapper Lorenz Häberli (links) und Luc Oggier überraschen ihre Fans mit einem Gratisalbum. (Bild: Mareycke Frehner)

Die Rapper Lorenz Häberli (links) und Luc Oggier überraschen ihre Fans mit einem Gratisalbum. (Bild: Mareycke Frehner)

Lorenz Häberli, 31, und Luc Oggier, 29, bekannt als Lo & Leduc, haben einen gedrängten Zeitplan. Trotzdem hat Luc Oggier (Leduc) Zeit für ein Treffen. Der Berner erklärt gestenreich seine Musik, zupft dabei eine Serviette löchrig, schlürft sein Apfelschorle leer und lässt den Blick unruhig umherschweifen.

Leduc, wir haben gleichzeitig in Bern Geschichte studiert. Heute füllst Du mit Lo Club um Club. Dasselbe kann man von meinen Texten wohl nicht behaupten. Was habe ich falsch gemacht?
Luc Oggier: Gar nichts! Dass wir uns nun an diesem Tisch unterhalten, zeigt: Wir haben beide etwas richtig gemacht. Aber die Musik lebt von anderen Ritualen als etwa das Zeitunglesen. An Konzerten gehört das Klatschen und Begeisterung zeigen dazu. Die Beine zu überschlagen und laut Seiten umzublättern hingegen weniger.

Nebst Geschichte hast Du Germanistik studiert. Wie stark begleiten Deine Studienjahre Dich noch in Deinem Schaffen als Musiker?
Ich zehre täglich davon. Vor allem von der antrainierten Sorgfalt in der Sprache und dem kritischen Beobachten. Auch wenn ich persönlich nie in der Rolle des Studenten aufgegangen bin: Das sind Qualitäten, die man in sehr vielen Bereichen gut gebrauchen kann. Deshalb finde ich das Bashing gewisser Parteien gegen Geisteswissenschaften sehr gefährlich.

Gesellschaftskritik äussert Ihr sehr subtil. Kommt Eure Botschaft so überhaupt an?
Es ist immer eine Gratwanderung: Wie explizit kann man werden, ohne wie ein nachgeäfftes Parteibuch daherzukommen? Und wie subtil, ohne dass dabei die Botschaft verloren geht. Ich habe ein Grundvertrauen, dass die Leute wissen, wie wir ticken. Und punktuell ist es wichtig, klar Stellung zu beziehen. Aber wer sich zu allem immer äussert, verliert an Glaubwürdigkeit.

Für viele seid Ihr die zwei sympathischen Berner, die den Hit mit dem «rote Chleid» gelandet haben. Beleidigt Dich das?
Nein. Da darf man keine falschen Erwartungen haben, denn wir alle leben in unserer eigenen Bubble. Und auch wenn ich das Lied inzwischen nicht immer hören mag – ihm haben wir so viel zu verdanken, dass man das gerne in Kauf nimmt.



Unlängst ist Euer sechstes Album «Update 4.0» erschienen. Vor Euren zwei letzten, sehr erfolgreichen Alben sind bereits «Update 1.0» bis «3.0» erschienen. Seid Ihr etwa in einer Phase der Rückbesinnung?
Die letzten zwei Alben waren sehr aufwendig, auch wegen der vielen Live-Aufnahmen. Danach hatten wir das Gefühl, so jetzt ist die Zeit reif, einfach mal wieder etwas gratis rauszubringen, wie schon «Update 1.0» bis «3.0». So konnten wir unbeschwert an die Sache gehen, rumexperimentieren. Denn niemand kann es dir übel nehmen.

Schürt Ihr mit dem Gratisalbum «Update 4.0» nicht eine gefährliche Erwartungshaltung?
Diese Kritik ist legitim. Ich glaube, dass sich in der Musikbranche vieles Richtung gratis entwickelt. Diesen Prozess können wir nicht aufhalten. Aber wir wollen auch nicht den Eindruck vermitteln: Musik hat gratis zu sein. Deshalb wird es Lo & Leduc auch in Zukunft nicht generell zum Nulltarif geben. Manchmal aber passt es. Zudem wissen unsere Fans dieses Geschenk auch zu schätzen: Bis auf St.Gallen sind alle zwölf Tour-Konzerte bereits ausverkauft.


Hinweis: Lo & Leduc spielen am Freitag, 9.3., 22 Uhr, im Kugl in St.Gallen.

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