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Radio Pfyn geht auf Sendung

Der Künstler Chris Csíkszentmihályi macht Radio in der Museumswoche des Transitorischen Museums.
Dieter Langhart
Chris Csíkszentmihályi (l.): Artist in Residence bei Reto Müller und Alex Meszmer vom Transitorischen Museum Pfyn. (Bild: Dieter Langhart

Chris Csíkszentmihályi (l.): Artist in Residence bei Reto Müller und Alex Meszmer vom Transitorischen Museum Pfyn. (Bild: Dieter Langhart

Sein Name scheint unaussprechbar: Csíkszentmihályi (vereinfacht: «tschiksentmihaji».) Aber was er nach Pfyn bringt, ist ganz schlicht: einen Radiosender für die Dorfgemeinschaft. Ähnlich jenen, die er in Afrika eingerichtet hat oder auf Madeira, wo er derzeit lebt und lehrt.

Seine Familie stammt aus Ungarn. Der Grossvater war Konsul in Rijeka, Vater Mihályi einer der Psychologen, die das Flow-Erleben beschrieben haben. Christopher (Chris) Csíkszentmihályi, Jahrgang 1968, hat in seiner Heimatstadt Chicago Kunst studiert, sich dann aber bald neuen Technologien verschrieben. Was ihn daran interessiert? Wie sich Technik so nutzen lässt, dass sie einer Gemeinschaft dienen kann, also der menschlichen Interaktion – genau das, was auch die Kunst will. Und genau das, was die Künstler Alex Meszmer und Reto Müller mit ihrem Transitorischen Museum verfolgen.

Artist in Residence und weitere Künstler

Sie haben Chris Csíkszentmihályi als Artist in Residence nach Pfyn eingeladen. Während der Museumswoche zeigen Meszmer/Müller auch die Arbeit seiner Vorgängerin Pau Delgado: Sie hat im Februar für ihr Projekt «to be like the others» (so sein wie die andern) Interviews mit Blinden geführt. Und das Kollektiv CCCA aus Katalonien kommt zu Besuch, um Pfyn, das Transitorische Museum und seine Gemeinschaft kennen zu lernen. Sie sind Partner im Tandem Europe-Programm, das sich für soziale Kreativität einsetzt.

Chris Csíkszentmihályi spielt die Schweizer Nationalhymne ein.

Chris Csíkszentmihályi spielt die Schweizer Nationalhymne ein.

Chris Csíkszentmihályi hat zwanzig Jahre an technischen Universitäten geforscht; am Media Lab Europe auf Madeira geht es ihm um die Interaktion zwischen Mensch und Computer. Für Pfyn überlegte er sich, wie er die Idee des Transitorischen Museums aufgreifen und in ein eigenes Konzept einfliessen lassen könnte. «Das Radio schien mir das geeignete Medium zu sein», sagt er im Gespräch. Was wird auf Radio Pfyn zu hören sein? «Was das Transitorische Museum ist und was es will.» Der externe Blick des Künstlers wird es vielleicht anders darstellen, als es die Gründer Meszmer und Müller sonst tun. Dazwischen gibt es natürlich auch Musik. Csíkszentmihályi setzt sich an den aufgeklappten Holzkoffer – zugleich Sender und Mischpult – und spielt eine leicht verfremdete Version unserer Nationalhymne ein.

Austausch in kleinen ­Gemeinschaften

«Die Frequenz 94.0 MHz haben wir beim Bakom erhalten», sagt Alex Meszmer; sie sollten bis nach Zürich zu empfangen sein. Csíkszentmihályi schwenkt zum Projekt RootIO, das er mitbegründet hat, zu den Radiostationen in Uganda, wo kaum jemand Zeitung liest oder Zugang zum Internet hat, wo das Radio umso wichtiger für Information und Austausch in der Bevölkerung ist. Der Betrieb ist günstig, benötigt kaum Infrastruktur, kann gar Mobiltelefone als Sendestationen einsetzen.

Radio Pfyn wird 16 Tage auf Sendung sein. Wer will, kann sich in die Trotte setzen und mit einem Kopfhörer zuhören – und kann auch bei den Sendungen mitmachen. War nicht die Grundidee des Transitorischen Museums, Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen, einander zu erzählen, was früher oder nicht allen bekannt war?

Museumswoche

Das Transitorische Museum Pfyn arbeitet zwei Wochen mit Kulturschaffenden aus Uruguay, Madeira und Katalonien zusammen. Pau Delgado zeigt ihre Interviews mit Blinden als Videoinstallation, Chris Csíkszentmihályi bringt sein Radioprojekt RootIO mit, Tandem-Europe-Partner lernen Pfyn kennen. 27.7.–11.8., Trotte Pfyn, Fr–So und 1.8. 14–20 Uhr. www.museumpfyn.ch

«Am Flughafen Kloten guckten sie komisch»: Die Teleskopantenne hat Csíkszentmihályi in einer Skitasche aus den USA mitgebracht. (Bild: Dieter Langhart)

«Am Flughafen Kloten guckten sie komisch»: Die Teleskopantenne hat Csíkszentmihályi in einer Skitasche aus den USA mitgebracht. (Bild: Dieter Langhart)

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