Quarantäne? Kulturschaffen!

Der Bund rät wegen dem Corona-Virus zu Selbstquarantäne. Das können Künstler schon lange. 

Roger Berhalter
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Man solle sich im Ernstfall in «Selbstisolierung» oder «Selbstquarantäne» begeben, hiess es gestern an der Medienorientierung des Bundes zur aktuellen Corona-Lage. Wer fiebrig sei und huste oder wer Kontakt zu Corona-Infizierten gehabt habe, der soll zu Hause bleiben und den Kontakt zu anderen Menschen meiden.

Selbstisolierung? Das kennen viele Kulturschaffende nur zu gut. Im stillen Kämmerlein zu arbeiten: Das ist für viele Künstler keine Ausnahme, sondern Arbeitsalltag. Sei es der Musiker, der im Proberaum ein Stück einstudiert. Sei es die Künstlerin, die im Atelier an Bildern malt. Sei es der Autor, der in seiner Schreibstube am Roman feilt. Sei es die Schauspielerin, die im Wohnzimmer Texte auswendig lernt. Allein zu Hause bleiben? Für viele Künstler gehört das zum Jobprofil.

Für Veranstalter ist Corona ein Fluch, weil sie Anlässe absagen oder verschieben müssen (siehe Text links). Für das Kulturschaffen aber könnte das Corona-Virus ein Segen sein. Künstler bekommen in der Isolation keinen Koller – sondern arbeiten einfach weiter. Wir freuen uns deshalb schon jetzt auf all die neuen Kunstwerke, frisch aus der Selbstquarantäne.

Kultur trotz Corona: Vier Beispiele, wie Veranstalter in der Stadt St.Gallen auf das Virus reagieren

Unter Veranstaltern und Besuchern ist die Verunsicherung derzeit gross. Kann das Konzert trotz der aktuellen Corona-Situation noch stattfinden? Wird die Theaterpremiere abgesagt? Darf man an der Vernissage noch Fingerfood anbieten? Ist es in der Tonhalle noch sicher? Eindrücke von vier St.Galler Veranstaltungen vom Wochenende.
Roger Berhalter, Christina Genova, Bettina Kugler, Julia Nehmiz