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Punkrock und Zauberei gegen Benzingeld und Unterkunft

Am Sing & Play Festival in der Grabenhalle St.Gallen steht eine wilde Mischung aus Punkbands, Rappern, Hardcore-Rockern samt Zauberer und Comiczeichner auf der Bühne. Ein Teil der Einnahmen wird an ein Hilfswerk gespendet.
Urs-Peter Zwingli
Die Stadtsanktgaller Hip-Hop-Band Bungle Brothers performt am Sing & Play Festival für einen guten Zweck. (Bild: PD)

Die Stadtsanktgaller Hip-Hop-Band Bungle Brothers performt am Sing & Play Festival für einen guten Zweck. (Bild: PD)

Eigentlich wollte sich Andi Vogler mit dem ersten Sing & Play Festival vor fünf Jahren eine einmalige Abschiedsparty schenken: «2015 wollte ich mich als Konzertveranstalter zurückziehen und hatte darum befreundete Bands für das Festival gebucht», sagt er. Der 32-jährige Tübacher hat seit 2010 Hunderte alternative Konzerte in der Grabenhalle, im Treppenhaus Rorschach oder im St.Galler Kulturzentrum Rümpeltum veranstaltet. Doch die erste Ausgabe des Sing & Play Festival kam 2015 so gut an, dass es seither jedes Jahr wieder über die Bühne geht.

Der Gedanke dahinter bleibt derselbe: Die Bands spielen für gar keine oder kleine Gagen, sie erhalten nur so genanntes «Benzingeld» und eine Unterkunft vor Ort. Wenn beim Festival ein Gewinn herausschaute, wurde dieser jeweils an das Hilfswerk Viva con Agua Schweiz gespendet, das sich für Wasserprojekte der Entwicklungsorganisation Helvetas einsetzt.

Andi Vogel hat das Festival Sing & Play gegründet. (Bild: PD)

Andi Vogel hat das Festival Sing & Play gegründet. (Bild: PD)

«In guten Jahren konnten wir einige tausend Franken spenden», sagt Vogler. Möglich macht dies auch sein Beziehungsnetz, das über die Jahre als Konzertveranstalter stetig gewachsen war. «Ich habe für das Festival meistens Bands gebucht, die ich von früheren Konzerten kannte. Diese waren darum oft zu einem Gefallen bereit.»

Erstmals erweitert das Festival sein Konzept

Für die aktuelle Ausgabe des Sing & Play hat das Festival erstmals sein Konzept erweitert. Zwar machen noch immer Punkrock- und Hardcore-Bands den grössten Teil der Konzertabende aus. Am Samstag tritt aber mit der Stadtsanktgaller Hip-Hop-Band Bungle Brothers eine Gruppe aus einem ganz anderen Genre auf. «Mitglieder der Bungle Brothers hatten das Festival als Besucher kennen gelernt und mich für einen Auftritt angefragt. Sie machen zwar Hip-Hop, treten aber mit einer Live-Band auf und passen darum gut zu unserem Konzept», sagt Andi Vogler.

Etwas seltsamer als ein paar Rapper im Punkgetümmel wirkt da schon der deutsche Zauberer Martin Weber, der sich am Freitagabend unters Publikum mischen wird. Die Besucher können ihm für seine Tricks Hutgeld geben, das der Zauberer spendet. Eingeladen ist auch der Altstätter Comiczeichner Morten Widrig. Dieser ist Insidern durch die zwölfteilige Comicserie «Traumlos» bekannt, sein Stil orientiert sich an japanischen Mangas.

Aber eben: Die Wurzeln des Festivals liegen im Punkrock, dieser wird denn auch in all seinen Facetten gespielt.

«Ich habe aus finanziellen und logistischen Gründen keine grossen Namen buchen können. Es sind jetzt aber alles Bands, die live unglaublich stark sind.»

Vogler reist oft zu Konzerten in ganz Europa. Die Südafrikaner The Shabs etwa habe er am Mighty Sounds Festival im tschechischen Tábor live gesehen und sich «sofort verliebt» in die Folk-Punk-Band. Bei deren Sound mit Akustikgitarre und Kontrabass würde man eher auf eine irische Herkunft tippen.

Bereits zum dritten Mal dabei sind die Freiburger The Dead­notes, die mit ihrem melodiösen Pop-Punk derzeit durch Europa touren. Den ersten Abend eröffnen werden die jungen St.Galler Drill, die wuchtigen Hardcore spielen.

«Es ist mir wichtig, dass frische Bands aus der Region am Festival eine Plattform bekommen.»

Ob es das Sing & Play auch 2020 geben wird, lässt Vogler offen: Nach der fünften Ausgabe sei es Zeit, Fazit zu ziehen und zu überlegen, ob am Konzept etwas verbessert werden kann.

Sing & Play Festival, Fr/Sa, 22./ 23.3. 2019, Grabenhalle St.Gallen

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