PSYCHOLOGIE: So schnell fallen wir auf manipulierte Fotos rein

Menschen gehen manipulierten Fotos leicht auf den Leim, wie Forscher herausgefunden haben.

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Frühere Studien mit computergenerierten Bildern haben gezeigt, dass viele Menschen Ungereimtheiten bei geometrischen Formen nicht erkennen können. Eine Forschungsgruppe um Sophie Nightingale von der britischen Universität Warwick wollte nun wissen, wie gut Menschen Manipulationen auf echten Alltagsfotos erkennen können.

Bei einem der Experimente legten sie 707 Probanden fünf echte und fünf verfälschte Fotos vor. Die Wissenschafter montierten in ein Foto mit einem Mann, der einen Fisch hält, etwa ein Boot hinein. Sie manipulierten die Bilder aber auch auf nicht-plausible Art: Eine Baumgruppe im Hintergrund wurde verzerrt.

Die Versuchsteilnehmer sollten sagen, ob das Bild mani­puliert wurde. In 66 Prozent der ­Fälle lagen sie richtig, wobei die Probanden bei Originalen besser abschnitten. «Dies hat gravierende Konsequenzen wegen der grossen Anzahl an Bildern und möglicherweise gefälschten Bildern, denen Menschen täglich ausgesetzt sind», so Nightingale. War den Probanden ein verfälschtes Bild aufgefallen, sollten sie den Fehler in einem Raster von drei mal drei Teilbildern ­lokalisieren. Das gelang nur in 45 Prozent der Fälle. Teilnehmer erkannten physikalisch nicht plausible Veränderungen besser als physikalisch plausible.

Die Fälschungen wurden umso eher erkannt, je mehr Bildpixel von den Manipulationen betroffen waren. Zudem waren Probanden wesentlich besser darin, eine Verfälschung gezielt zu finden, als generell ein manipuliertes Bild zu erkennen. Probanden mit einer skeptischen Grundhaltung gegenüber der Echtheit von Bildern schnitten besser ab. (sda)