«Pstkte, pstkte» im Flon

Andreas Fraefel und Pascal Brülhart sind leidenschaftliche Beatboxer. Am Samstag werden sie anderen den Vortritt lassen: Am Battle in St. Gallen treten internationale Newcomer auf.

Jessica Künzle
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Tom Thum aus Australien sitzt am Battle in der Jury. (Bild: pd/Jean-Jacques Halans)

Tom Thum aus Australien sitzt am Battle in der Jury. (Bild: pd/Jean-Jacques Halans)

Snares, Hi-Hats und Kicks – für die meisten Leute sind das Fremdwörter. Für Andreas Fraefel und Pascal Brülhart gehören sie zum Alltag. Die beiden beatboxen für ihr Leben gern. Diesen Samstag aber überlassen sie die Bühne Special Guests und Teilnehmern. Die zwei Beatboxer konnten nach vier Jahren Pause endlich wieder einen Battle in die Ostschweiz holen. Neben der besten rhythmischen Mundakrobatik geht es am Samstag vor allem um eines: Fraefel und Brülhart wollen die Beatbox-Family in St. Gallen zusammenführen. Das Ziel ist, das Freiheitsgefühl, das durch die mitreissenden Beats beim Auftritt entsteht, zu teilen.

Newcomer anstatt Superstars

Während des Battle-Auftritts laden sich die Teilnehmer mit Energie auf, dann seien sie für Gigs in anderen Städten motiviert. «An den Events hört man neue Beats, neue Techniken, die man zu Hause sofort ausprobieren und weiterentwickeln will», sagt Andreas Fraefel. Zudem sei es schön zu sehen, wie viel Leute aus der ganzen Welt sich mit Beatboxen befassten.

«Wir haben absichtlich keine Superstars der Szene eingeladen. Wir haben auf internationale Newcomer gesetzt und wollen zeigen, dass auch die Schweiz etwas zu bieten hat», sagt der 24jährige Andreas Fraefel, der sich mit Künstlername Pepouni nennt. So kommen Beatquest aus Basel, Keumart aus der Waadt und Caruso aus dem Aargau angereist.

Ganz ohne Berühmtheiten geht es dann doch nicht: Auftreten wird auch Bee Low aus Berlin, der als «Vater der Beatbox-Szene» gilt. Die restlichen Namen der Special Guests wollen sie aber noch nicht verraten.

Imitieren ist nicht sein Ding

Gemäss Fraefel ist es durch die Online-Medien einfacher geworden, beatboxen zu lernen. «Jeder kann heute Videos von Profis herunterladen und nachahmen.» Doch Imitieren ist nicht sein Ding. «Gute Beatboxer sind einzigartig. Ihre Beats sind kreativ und innovativ.» Genau solche Beatboxer seien am Samstag in St. Gallen zu hören, fügt Organisator Pascal Brülhart hinzu. Es sei üblich, dass die Acts keine Gage, nicht mal Spesen verlangten. Den Event finanziert er mit Eintritten und Sponsorengeldern. Ausserdem übernimmt der Veranstalter Flon einen Teil der Kosten.

Der 21jährige Pascal Brülhart aus dem thurgauischen Erlen hat die Leidenschaft fürs Beatboxing bereits vor fünf Jahren entdeckt. «Ich war an der Schule plötzlich der coole Beatboxer. Das hat mich motiviert weiterzumachen und besser zu werden.»

Im Unterricht obligatorisch

«Da sich der Beatbox in der Schweiz etabliert hat, ist es wichtig, den Event hier zu haben», sagt Brülhart. «Denn in Deutschland gibt es schon Schulen, an denen Workshops angeboten werden.» Das wünschen sich Fraefel und Brülhart nun auch für die Schweiz: «Beatboxen soll als Kunstform zum Unterrichtsstoff gehören.» Aber zuerst freuen sie sich auf den Battle im Flon.

Der Jugendkulturraum Flon öffnet am Samstag um 19 Uhr. Beginn ist um 20 Uhr. Eintritt: 10 Franken.

Andreas Fraefel (24) Student aus St. Gallen (Bild: jek)

Andreas Fraefel (24) Student aus St. Gallen (Bild: jek)

Pascal Brülhart (21) In Ausbildung zum Mediamatiker aus Erlen (Bild: jek)

Pascal Brülhart (21) In Ausbildung zum Mediamatiker aus Erlen (Bild: jek)