Preiswürdiger Traditionalist

Dass ein Jodelliedkomponist den Thurgauer Kulturpreis bekommt, hat es bisher noch nie gegeben.

Hansruedi Kugler
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Dass ein Jodelliedkomponist den Thurgauer Kulturpreis bekommt, hat es bisher noch nie gegeben. Wer, wenn nicht Mathias Zogg hätte ihn verdient? Der 76-Jährige ist eine lebende Legende: Mit seinem «Kamerade» aus dem Jahr 1976 führt er die ewige Bestenliste der beliebtesten Schweizer Jodellieder an. Zwölf Jahre lang war es das meistgesungene Jodellied in der Schweiz. Es ist ein melodiös sehr schönes, abwechslungsreiches und trotzdem einfach zu singendes mehrstimmiges Jodellied ohne komplizierte Harmonik. Der in St. Pelagiberg wohnhafte Mathias Zogg ist durch und durch in der volkstümlichen Musik und seinen Traditionen verankert. Gejodelt hat er schon als kleiner Bub, auf der väterlichen Kuhweide im bündnerischen Tamins. Nach dem Umzug ins Appenzellerland nahm ihn sein Bruder mit in den Jodelklub Echo vom Kurzenberg. Von da an war sein Ehrgeiz geweckt. Zeitweise dirigierte er vier Jodelchöre, verpasste kein Jodelfest, war Kursleiter und 26 Jahre lang Juror. Alles dies neben einer Vollzeitberufstätigkeit als Spengler, der Klimaanlagen installierte. Mathias Zogg gehört zu den Traditionalisten unter den Jodlern: Kameradschaft, Liebe zur Natur, Dankbarkeit, Treue, Lebensfreude. Das sind die Werte, von denen seine Lieder handeln. Regierungsrätin Monika Knill überreichte dem Jodler den Thurgauer Kulturpreis am 4. Oktober in Bischofszell – mit musikalischer Begleitung des von Zogg geleiteten Bürgerturnerchörli St. Gallen.

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