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«Politischer» als in früheren Jahren

Schweizer Film Wenn Bundespräsident Berset am nächsten Donnerstagabend zwischen WEF und Trump in der Solothurner Reithalle die 53. Filmtage eröffnet, dann wird er es sich wohl nicht nehmen lassen, in seiner Eröffnungsrede auch seine Meinung zur No-Billag-Initiative kundzutun. In seiner Funktion als Kulturminister hatte er bereits 2016 und 2014 in Solothurn die Durchsetzungs- und die Masseneinwanderungs-Iinitiative mit rhetorischen Schlenkern bedacht. Dennoch sind diese nicht ganz vergleichbar, betrifft doch die No-Billag-Initiative die Filmszene ganz direkt, denn die SRG ist ein wichtiger Geldgeber auch bei der Produktion von Kinofilmen. So wird es während der diesjährigen Filmtage denn auch zwei Podien geben (Mi, 31.1.), die sich dieser Initiative widmen, die wie ein Schatten über den Filmtagen liegt. Es ist ein Novum, dass aktuelle Tagespolitik so direkt auf das – nach Locarno – zweitälteste Filmfestival der Schweiz einwirkt. Cineastisch geht es am Eröffnungstag mit der Weltpremiere von «À l’école des Philosophes» von Fernand Melgar los. Der Westschweizer Regisseur, bekannt durch seine Trilogie über Migrantenschicksale, widmet sich in diesem Dokumentarfilm einem ganz anderen Sujet. Er begleitet eine Gruppe behinderter Kinder durch Höhen und Tiefen ihres ersten Schuljahres. Der Entscheid der Festivalleitung unter Direktorin Seraina Rohrer, mit diesem Film das Programm zu eröffnen, zeugt von einer gewissen Risikobereitschaft, war in den letzten 14 Jahren der Eröffnungsfilm doch stets ein Spielfilm und kam er seit 2009 immer aus der Deutschschweiz, so etwa letztes Jahr «Die göttliche Ordnung» von Petra Volpe.

«Chris the Swiss», ein Dok-Animationsfilm

«À l’école des Philosophes» ist gleichzeitig auch einer von neun Filmen, der für den «Prix de Soleure» kandidiert, den mit 60 000 Franken höchstdotierten Preis für Schweizer Filmschaffen. Bei den Kandidaten für den Prix de Soleure – der neben der Filmkunst auch «humanistisches Engagement» würdigt – sind Dokumentarfilme traditionell in der Überzahl. Das ist auch dieses Jahr nicht anders. Neu dagegen ist, dass erstmals ein – dokumentarischer – Animationsfilm hier seine Weltpremiere erlebt: «Chris the Swiss». Die 1969 in Lugano geborene Anja Kofmehl, Absolventin der Filmschule Luzern HSLU, verarbeitet darin einen Teil ihrer eigenen Familiengeschichte, indem sie sich auf Spurensuche nach ihrem im Jugoslawienkrieg gefallenen Cousin begibt. Auch unter den elf Filmen im Wettbewerb um den Publikumspreis (20 000 Franken) gibt es – neben zahlreichen Newcomern, so etwa «Tranquillo», dem Spielfilmdebüt des erst 24-jährigen Zürchers Jonathan Jäggi, – die Namen einiger bekannter Cineasten. Zu ihnen gehören etwa Oliver Paulus und Stefan Hillebrand, deren Krimikomödie «Level up your Life» in Solothurn ihre Weltpremiere feiert, während mit den neuen Filmen etwa des «Hiver Nomade»-Regisseurs Manuel von Stürler («La fureur de voir») oder des Tessiners Silvio Soldini («Emma – Il colore nascosto delle cose») Titel auf dem Programm stehen, die bereits an den Festivals von Nyon und Zürich liefen.

Die traditionelle Retrospektive ist dem Zürcher Regisseur Christoph Schaub gewidmet. Der 1958 geborene Regisseur hat von seinen Anfängen in den wilden 1980ern im Umkreis von «Züri brännt», bis zu grossen populären Komödien wie «Sternenberg» und «Giulias Verschwinden» einerseits, und seinen Architekturfilmen wie etwa «Bird’s Nest» andererseits, einen weiten Weg zurückgelegt.

Geri Krebs

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