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Die St.Galler Festspiele gehen zu Ende: Mit einer perfekten Bruckner-Sinfonie

Der Chefdirigent des Sinfonieorchesters St.Gallen, Modestas Pitrenas, kann deutsche Romantik. Das bewies er am Donnerstag eindrücklich am Festkonzert der diesjährigen St. Galler Festspiele.
Martin Preisser
Ein echter Genuss: Anton Bruckners Sinfonie Nr. 7 in der Kathedrale St.Gallen. Bild: pd/Theater St.Gallen

Ein echter Genuss: Anton Bruckners Sinfonie Nr. 7 in der Kathedrale St.Gallen. Bild: pd/Theater St.Gallen

Dass Modestas Pitrenas das russisch-östliche Repertoire für den Hörer packend beherrscht, hat er in seiner ersten St. Galler Saison mehr als einmal bewiesen. Wie packend er auch deutsche Romantik interpretiert, zeigte das Schlusskonzert der diesjährigen St. Galler Festspiele, mit Bruckners siebter Sinfonie. Pitrenas nimmt mit dem perfekt disponierten Sinfonieorchester St. Gallen diesem Bruckner jegliche Schwere oder übertriebene Wucht. Ihm gelingt es über eine Stunde, etwas leicht Schwebendes in den bestens geeigneten Sakralraum der Kathedrale zu zaubern.

Pitrenas hat ein äusserst genaues Gespür für die Zeitmasse dieser monumentalen Sinfonie. Hier braucht es genaustes Feingefühl, der Magie der Brucknerschen Themen nachzulauschen, die Zeit benötigen, um sich zu entfalten. Schon im Kopfsatz gibt es nie einen statischen oder zu massigen Klang, die Brucknersche Mystik wirkt elegant und biegsam. Jedes Detail ist bewusst herausgearbeitet.

Es ist immer wieder geheimnisvoll, wie im zweiten Satz dieser Siebten aus einem einfachen Dreitonmotiv in zwei Sekundschritten ein gewaltiges Trauermarsch-Gebilde entsteht. Eine grandiose Hommage an den verstorbenen Richard Wagner, dessen Anerkennung Anton Bruckner so sehr suchte und schon mit der dritten, Wagner gewidmeten Sinfonie finden durfte.

Kühne Klangtürme baut Modestas Pitrenas auch im Scherzo mit souveränem Überblick auf. Bruckners Musik strebt immer himmelwärts und braucht doch den schwerelosen und genauen Klang. Pitrenas kann ihn vom Orchester und der wunderbar agierenden Blechbläsergruppe abrufen. Nie wirkt dieser Bruckner im Dom mit dem in dieser Architektur nicht vermeidbaren Nachhall pompös. Pitrenas lässt ein sehr filigranes, genau durchgehörtes Klangkunstwerk aufleuchten. Der Litauer kann deutsche Romantik. Dieser Bruckner bewies es nachdrücklich. (map)

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