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Er hat Picasso über 200 Mal fotografiert

David Douglas Duncan war so etwas wie der Hof-Fotograf von Pablo Picasso. Jetzt ist er im Alter von 102 Jahren gestorben. Auch die Luzerner Kunstsammlerin Angela Rosengart hat er fotografiert – und sie ihn.
Julia Stephan
US-Fotograf David Douglas Duncan bei einer Ausstellungspräsentation in Barcelona im Jahr 2013. (Bild: EPA/Marta Perez)

US-Fotograf David Douglas Duncan bei einer Ausstellungspräsentation in Barcelona im Jahr 2013. (Bild: EPA/Marta Perez)

Ohne viel mediales Blätterrauschen ist im Juni der berühmte US-amerikanische Fotograf David Douglas Duncan 102-jährig in Frankreich an einer Lungenentzündung gestorben. Er hat damit ein ähnlich stattliches Alter erreicht wie sein Freund Picasso, den er 17 Jahre lang unzählige Male fotografieren durfte.

Duncan machte sich zunächst als Kriegsfotograf einen Namen. Während des Zweiten Weltkrieges war er bei der US-Marine im Einsatz. Seine Fotos erschienen in der Nachkriegszeit im renommierten «Life»-Magazin. Ikonisch geworden sind seine empathischen Bilder von Soldaten aus dem Korea-Krieg, die er im Band «This is war! A Photo Narrative of the Korean war» 1951 veröffentlichte. Ebenso seine späteren Arbeiten aus Vietnam, mit denen er durch die Linse nicht mehr nur Objektivität einzufangen suchte, sondern zum Kriegsgeschehen kritisch Stellung bezog.

Erste Begegnung in der Badewanne

Es war der Magnum-Fotograf ­Robert Capa, der Duncan einen Kontakt zu Pablo Picasso vermittelte. 1956 besuchte er den Künstler erstmals in dessen Villa in Südfrankreich. Dort soll er ihn erst einmal in der Badewanne angetroffen haben. Die Begegnung ist dokumentiert. Picasso linst auf Duncans erstem Picasso-Foto mit kindlichem Blick verschmitzt in die Kamera.

Die Luzerner Sammlung Rosengart besitzt rund 200 Fotografien Duncans und damit eine der grössten Sammlungen seiner Fotoarbeiten. Eine Auswahl davon wird seit Jahren in Wechselausstellungen auf der ersten Etage gezeigt, wo man Picasso bei der Arbeit, mit dem Hut von Gary Cooper oder im Bademantel in intimen Momenten zu sehen bekommt.

Die Kunstsammlerin, Picasso-Muse und Direktorin des Museums, Angela Rosengart, ist Duncan erstmals 1960 als 28-Jährige in Picassos Atelier begegnet. «Er durfte Picasso überall unzensiert fotografieren», erzählt sie. Seine Bilder habe er nie nachbearbeitet.

In Luzern war der US-Amerikaner bei der eng mit Picasso befreundeten Familie Rosengart ein gern gesehener Gast. Zuletzt war er 2008 bei der Überführung seiner Fotos in das neue Museumsgebäude zugegen. «Einmal habe ich ihn auf dem Balkon meines Hauses fotografiert», erinnert sich Rosengart. «Da hat er mir die Kamera einfach aus der Hand genommen und ein Porträt von mir gemacht.»

Wanderung auf die Rigi

Auch auf die Rigi sei man gewandert. Landschaft habe den Porträtfotografen aber mässig interessiert. «Er fotografierte pausenlos mich und seine Frau.» Auf der Rückreise mit dem Schiff habe ihn ein Tourist um ein Foto gebeten. «Wenn der gewusst hätte, wen er da vor sich hatte», sagt Rosengart und lacht.

Der Kontakt zu ihm hielt bis vor seinen Tod. «Wir haben vor einigen Monaten sogar noch miteinander telefoniert. Er meinte, er arbeite gerade an einem neuen Fotobuch», so Rosengart.

Eine Auswahl der 200 Fotos von David Douglas Duncan ist in der ersten Etage der Sammlung Rosengart in Luzern ausgestellt.

www.rosengart.ch

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