Pic zum zweiten

Theater I Er ist der Poet unter den Clowns. Weltberühmt, aber mit Wohnsitz St. Gallen. Ausgezeichnet 2010 mit dem grossen Kulturpreis des Kantons St. Gallen und acht Jahre zuvor mit jenem der Stadt – und doch ein bescheidener, stiller Mensch.

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Pic im Klassiker «Der Schlüssel». (Bild: pd)

Pic im Klassiker «Der Schlüssel». (Bild: pd)

Theater I

Er ist der Poet unter den Clowns. Weltberühmt, aber mit Wohnsitz St. Gallen. Ausgezeichnet 2010 mit dem grossen Kulturpreis des Kantons St. Gallen und acht Jahre zuvor mit jenem der Stadt – und doch ein bescheidener, stiller Mensch. Diese Bescheidenheit trägt Pic in seine Figuren. Er tritt mit der eigenen Lächerlichkeit an und hofft, dass der Zuschauer lache über sich selber. Er ersinnt Figuren, die ans Herz gehen. Wie diesen Mann, der im Stadtpark Englisch lernt, sich dabei verliebt, abstürzt, seine Stimme verliert, sich wieder verliebt und schliesslich im schottischen Hochmoor landet. Wie das geht? Das ist zu sehen am 25.September im Theater St. Gallen. Schon einmal ist Pic mit seinem Programm «Der Schlüssel» dort aufgetreten vor vollem und sichtbar glücklichem Haus. Und wieder wird seine unsterblichste (wenn man dieses Wort steigern kann) Figur mit von der Partie sein: Der Pierrot lunaire mit den Seifenblasen. (R. A.)

Pic: Der Schlüssel, Theater St. Gallen, Sonntag, 25. September

Theater II

Ein Fund: Myslivecek

Das Theater Biel Solothurn bringt Josef Mysliveceks Oper «Antigona» zur Schweizer Erstaufführung. Andreas Rosar inszeniert, Moritz Caffier dirigierte die Premiere: ein packendes Plädoyer für den fast vergessenen Komponisten. Myslivecek, 1737 in Prag geboren, 1781 in Rom gestorben, erweist sich in seiner 1773 in Turin uraufgeführten «Antigona» als Bindeglied zwischen Barock und Wiener Klassik. Das Libretto behandelt die Nachgeschichte des Antigone-Stoffs: Antigone ist aus dem Felsengrab entkommen, in das sie auf Befehl des Athener Herrschers Creonte eingemauert war, und kehrt zurück, um sich zu rächen. Mysliveceks Partitur lässt die Gefühle lodern, das Sinfonie Orchester Biel spielt entfesselt, im Einklang mit hervorragenden Solisten (Rosa Elvira Sierra, Raquel Camarinha, Giovanni Coletta, William Lombardi). Ein grosser Abend. (sda)

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