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Ludovico Einaudi im KKL: Piano ist der Mensch – Streicher sind die Welt

Minimalmusik im Konzertsaal: Wo sonst grosse Sinfonien aufgeführt werden, hüllten Kultpianist Ludovico Einaudi und seine zwei Musiker das Publikum mit Wohlfühlmelancholie ein. Das auch ein bisschen zu sehr.
Susanne Holz
Der italienische Pianist Ludovico Einaudi kann mit der Bezeichnung «Minimalist» gut leben. (Bild: PD)

Der italienische Pianist Ludovico Einaudi kann mit der Bezeichnung «Minimalist» gut leben. (Bild: PD)

Ganz dunkel ist es im ausverkauften Konzertsaal des KKL, viel dunkler als sonst. Speziell junge Erwachsene füllen am Dienstagabend die Reihen beim Konzert des italienischen Kultpianisten Ludovico Einaudi (64), der heute nur zwei Musiker mitgebracht hat: Redi Hasa am Cello und Federico Mecozzi an Violine und Viola.

Dieser Minimalismus ist Programm: Denn gefeiert wird nun zwei Stunden lang – mit den Stücken des neuen Albums von Einaudi – das Repetitive, das mit nur wenigen Harmonien auskommt. Klänge es nicht so despektierlich, könnte man diese Musik mit dem Begriff Wohlfühlmelancholie in Verbindung setzen. Was ihr aber natürlich nicht gerecht wird.

Und auch die Dunkelheit ist Programm: Sie passt zu den schicksalhaft zärtlichen Tönen. Nur schmale Lichtkegel lenken die Blicke auf die drei Musizierenden, und mitunter scheint es, als flüstere der Pianist seinem Instrument gleich einer Geliebten zu.

Das Leben – Traum oder Alptraum?

Ludovico Einaudi, Enkel eines italienischen Staatspräsidenten und Sohn eines berühmten Verlegers, bekannt geworden hierzulande vor allem mit seiner Filmmusik zum Kinohit «Intouchables» (2011), erklärte einmal in aller Bescheidenheit: «Im Allgemeinen mag ich keine Definitionen, aber ‹Minimalist› ist ein Ausdruck, der Eleganz und Offenheit bezeichnet, sodass ich lieber Minimalist genannt werden möchte als etwas anderes.»

Die Zuhörer im KKL lauschen dem Minimalisten gebannt. Der Pianist im Zentrum, die Streicher als Resonanzkörper des Lebens – das Piano ist der Mensch, die Streichinstrumente sind die Welt. In den sich wiederholenden Tönen liegen Sanftmut und Schicksalhaftigkeit, aber auch die Langeweile ist nicht fern. Ist das Leben Traum oder Alptraum?

Solch düstere Gedanken scheinen sich jedoch nicht breitzumachen: Nach Standing Ovations erfolgt um 21 Uhr eine halbstündige Zugabe. Und es ist schön, spielt Ludovico Einaudi hier zunächst alleine – ohne den Zuckerguss der Streicher. Im Fokus nur der sensible Tastenvir­tuose, bei seiner Gestaltung eines sehr innigen Gebets.

Für solche Innerlichkeit in Form repetitiver Pianoklänge steht auch der Franzose Yann Tiersen, erst kürzlich im KKL zu Gast. Zwischen den Stilen bewegt sich ebenfalls der Ungar Peter Bence, der demnächst im Konzertsaal zu hören sein wird.

Der angeblich «schnellste Pianist der Welt», der ungarische Klaviervirtuose Peter Bence, tritt mit seinem Programm zwischen Klassik und Pop am 17. April im KKL Luzern auf. www.kkl-luzern.ch.

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