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Piaf trifft Piazzolla oder ein Argentinier in Paris

Konzert Sie hätte sich wohl fehl am Platz gefühlt auf einer vornehm aufgeräumten Bühne wie jener der Tonhalle St. Gallen, in sicherer Distanz zum Publikum unten im Parkett: Mit ihren unsterblichen Chansons war Edith Piaf ein Star der Music Hall, nicht Diva der Musentempel. Dennoch macht sie sich gut dort, mitsamt ihren untreuen Männern, denen Piafs Landsmann William Sabatier, Jahrgang 1974, eine Suite für Streichquartett und Bandoneon gewidmet hat: «Les hommes de Piaf». Uraufgeführt hat sie Sabatier zusammen mit dem Genfer Quartett Terpsycordes, das gerade seinen zwanzigsten Geburtstag gefeiert und mit Sabatier eine CD aufgenommen hat – eben «Les hommes de Piaf».

Kann man sich ein schöneres Geburtstagsgeschenk machen als diese leidenschaftliche Hommage an die Liebe, schmerzhaft, schön, bedingungslos? Zu hören war sie am Freitagabend live, in der Tonhalle, frei von Rauchschwaden, von buntem Scheinwerferlicht, auch der Applaus kam immer brav im richtigen Moment – aber doch mit so stürmischer Begeisterung, als sei’s in einer Music Hall. Piaf, Piazzolla und Ravel trafen sich im Programm der fünf fabelhaften Musiker zu einer Fusion aus Klassik, Jazz und Chanson, französischer Finesse und argentinischer Schwermut, von der Piafs Lieder nicht allzu weit entfernt sind.

Liebe, Leidenschaft und Schmerz

Das Bandoneon übernimmt in «Les hommes de Piaf» wie in Astor Piazzollas «Five Tango Sensations» den Part der Stimme: Es singt, es atmet, geht durch Höhen und Tiefen menschlicher Gefühle und macht keinen Bogen um den Schmerz. Immer wieder taucht Sabatier so tief ein in die Musik, dass man ihn aufstöhnen, ächzen hört, bis hin zum Schrei. Die Terpsycordes sind feinster Klangteppich und mitreissende Rhythmusgruppe; sie erweitern das gewohnte Farbspektrum von Streichinstrumenten und verstehen sich ebenso gut aufs zart Poetische in Ravels Streichquartett F-Dur. (bk.)

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