Peter Schneebelis Faszination für Elefanten zeigt sich in seiner Frauenfelder Ausstellung

Der Zürcher Künstler malte fünf Sommer lang im Kanton Thurgau. Nun präsentiert er beim Kunstverein Frauenfeld eine umfassende Retrospektive.

Claudia Koch
Drucken
Teilen
Peter Schneebeli im Kunstverein Frauenfeld.

Peter Schneebeli im Kunstverein Frauenfeld.

Bild: Andrea Stalder

Zwar lebt und arbeitet Peter Schneebeli in Zürich. Mit dem Thurgau verbindet er jedoch prägende Erinnerungen. «Während fünf Jahren verbrachte ich regelmässig die Sommerferien mit Gleichgesinnten in Degenau bei Bischofszell», sagt Schneebeli. Eine Künstlerkolonie auf Zeit. Aktuell lockt es den Zeichenlehrer und freischaffenden Künstler mit seinen Werken nach Frauenfeld, in die Räumlichkeiten des Kunstvereins. Es sei ein idealer Ort, um eine erste Übersichtsausstellung seiner Werke zu präsentieren, freut sich Schneebeli.

In der Ausstellung «Dritter Fluss» werden malerische, zeichnerische und plastische Werke aus verschiedenen Schaffensphasen, konkret von 1993 bis 2019, zu sehen sein. Seit der Anfrage des Kunstvereins letzten Sommer ist Schneebeli damit beschäftigt, die Werke aus seinem Fundus zu sichten und in einem neuen Kontext, passend zu den sechs Räumen, zusammenzustellen. Denn auch wenn Schneebeli die Ausstellung gedanklich «eingerichtet» hat, kann durchaus ein spontaner Entscheid vor Ort die Planung kippen. Insbesondere, wenn Objekte aufeinandertreffen, die noch nie zusammen ausgestellt wurden.

Aquarelle malen, bis der Pinsel aus der Hand fällt

Peter Schneebeli stellt Zeichnungen, Gemälde und Plastiken aus.

Peter Schneebeli stellt Zeichnungen, Gemälde und Plastiken aus.

Bild: Andrea Stalder

Bei der Auswahl der bekannten, aber auch lange nicht mehr ­gesehenen Werke stiess er auf Überraschungen, positive wie negative. «Gewisse Werke erschienen mir unzulänglich, zeugen von einer schwierigen Phase. Andere hingegen freuten mich», sagt Schneebeli. Diese Werke aus dem Lebensfluss ­ und dem Schaffensfluss auszugraben, ist sein Antrieb für die einmalige Übersichtsausstellung.

Ein wiederkehrendes Motiv ist der Elefant, ein Tier, das den Künstler bereits als Bub faszinierte. Ein Dokumentarfilm stiess den Prozess an, sich künstlerisch intensiv mit dem Elefanten und dessen Sippenverhalten zu beschäftigen. Einige Resultate dieser Serie wie auch Bilder mit einem Thurgauer Bezug sind in der abwechslungsreichen und anregenden Ausstellung zu sehen.

Jede Schaffensphase ist bei Schneebeli durch einen Prozess definiert, der ihn reizt und den er so lange ausreizen möchte, bis das Interesse erlahmt. Als Beispiel nennt er: «Ich habe solange Aquarelle gemalt, bis mir fast der Pinsel aus der Hand gefallen ist.» Manchmal findet er fast nicht heraus und muss sich schmerzhaft herauslösen, muss loslassen. Im Prozess drin jedoch würden einem viele Sachen geschenkt und man befinde sich an einem Ort, an dem man zuvor noch nie war, so Schneebeli.

Solche Erfahrungen sind für den Künstler wie ein Schatz. Er hätte sich gewünscht, die Ausstellung um einen zusätzlichen Raum, die Shedhalle im Eisenwerk, zu erweitern, um grosse Objekte installieren zu können. Leider kam diese Kooperation nicht zu Stande. Die etwas redimensionierte Zusammenstellung sei aber immer noch umfangreicher als in Zürich, wo nur wenige Räume so bespielt werden können, sagt Schneebeli dankbar.

Vernissage: Sa, 8.2., 17.30 Uhr, Kunstverein Frauenfeld, Berner Haus, Bankplatz; Ausstellung bis 8.3.

Kunstverein Frauenfeld ist auf Kurs

Der Kunstverein hat ein finanziell erfolgreiches Jahr hinter sich, aber braucht dringend Nachwuchs. Auf dem Programm steht eine Ausstellung über Druckgrafik und die begehrte Rachel Lumsden.
Dieter Langhart