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Peter Heilker und sein Theater-Menu

Nach der Premiere ist vor der Premiere. Erfolgreich ist vor dreieinhalb Wochen am Theater St. Gallen Vincenzo Bellinis Oper «Norma» gestartet, und schon steht für Operndirektor Peter Heilker das nächste Grossprojekt an, bevor dann die St.
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Gute Nerven in allen Lagen: Operndirektor Peter Heilker. (Bild: Michaela Rohrer)

Gute Nerven in allen Lagen: Operndirektor Peter Heilker. (Bild: Michaela Rohrer)

Nach der Premiere ist vor der Premiere. Erfolgreich ist vor dreieinhalb Wochen am Theater St. Gallen Vincenzo Bellinis Oper «Norma» gestartet, und schon steht für Operndirektor Peter Heilker das nächste Grossprojekt an, bevor dann die St. Galler Festspiele in Sichtweite rücken: Mit «Don Camillo & Peppone» kommt St. Gallen am 30. April wieder in den Genuss einer Uraufführung. Heute werden an einer Pressekonferenz erste Kostproben des von Dario Farina komponierten und von Michael Kunze getexteten Musicals präsentiert.

Wie ein Impresario alter Schule

Allerdings: Es ist dies nur eine von vielen Baustellen, von denen Heilker bei einer Tasse Tee erzählt. Er tut dies so munter wie stets, wenn wir uns begegnen. Denn Peter Heilker ist ein Mann mit Humor und guten Nerven. Beides ist ganz nützlich in seiner Position – von der man, von aussen, wenig zu sehen bekommt.

Seine Rolle beschreibt er als die eines Impresarios alter Schule, der Talentsucher und Produzent in einem war. «Ich frage mich immer, was unser Publikum in der Zukunft interessieren könnte – und mit welchen Ingredienzien ich eine Produktion schmackhaft machen kann.» Die Ingredienzien: Das sind Regie, Bühnenbild, Kostüme – und Stimmen. Und die Saison – das ist für Peter Heilker wie ein Menu. «Da findet sich dann vielleicht eine harte Nuss, aber zwischendurch auch ein leichtes Sorbet», sucht er sich seine Vergleiche schon wieder im Kulinarischen.

Man müsse sich dabei immer vorstellen: In welche Richtung geht der eine Regisseur, in welche der andere. Aber es geben unterschiedliche Wege, die zum Ziel führen. Mal will Peter Heilker selber ein Stück machen, mal wählt er es für einen Sänger oder eine Sängerin aus. Oder er diskutiert mit dem Regisseur darüber, was ihn reizen würde – und welches Stück dazu passt.

Die Basis all dessen bilden seine Reisen. «Ich schaue mir vieles an», erzählt er. «Ich bin mit vielen Menschen im Kontakt, und auch mit anderen Theatern. Denn es gibt heute viele Ko-Produktionen. Zum Glück. Denn so wird Gutes länger haltbar gemacht.»

Intensiv bei den Proben dabei

Dieses Gute muss über eine Probenzeit von sechs bis acht Wochen erarbeitet werden. Peter Heilker nimmt am Probenprozess intensiv teil, er steht dem Regisseur mit Rat und Tat zur Seite. Und: «Meine Aufgabe besteht dann darin, dass wir das Niveau nach der Premiere halten – wobei keine Vorstellung gleich ist wie die andere.» Besonders heikel wird die Lage, wenn ein Sänger oder eine Sängerin ausfällt. Dann konsultiert Heilker die einschlägigen Onlineportale. Er versucht herauszufinden, wer die entsprechende Rolle kürzlich gesungen hat, und ob dieser Ersatz auch zu haben wäre – der sich dann möglichst rasch ins Flugzeug setzen muss, damit er in St. Gallen eingewiesen und eingekleidet werden kann.

Auch ein paar Nüsse

In vielem gleicht Peter Heilkers Planung einem Puzzle, dessen Teile er durchaus mit Lust zusammensucht. Auch die Popularität eines Werks fällt ins Gewicht, wobei St. Gallen Wert darauf legt, auch Ungewohntes zu präsentieren – die bereits erwähnten «Nüsse». Werke wie «Die tote Stadt» von Erich Wolfgang Korngold etwa, oder, noch kühner, George Benjamins «Written on Skin». «Dass das so gut angekommen ist, freut mich besonders», sagt Heilker. Und sieht schon dem nächsten grossen Wagnis entgegen: Der Auftragsoper «Annas Maske» von David Philip Hefti nach einem Libretto von Alain Claude Sulzer. Premiere: Mai 2017.

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