Pepe Lienhard swingt dort, wo 1969 alles begann

Die NZZ am Sonntag hat ihn den Alpen-Sinatra genannt, man kann ihn auch als Schweizer Antwort auf Max Reger, James Last oder Bert Kämpfert sehen. Pepe Lienhard ist in Monaco mit Frank Sinatra aufgetreten, mit den deutschen Bandleadern verbinden ihn die Liebe zum Swing und die Ausdauer.

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Die NZZ am Sonntag hat ihn den Alpen-Sinatra genannt, man kann ihn auch als Schweizer Antwort auf Max Reger, James Last oder Bert Kämpfert sehen. Pepe Lienhard ist in Monaco mit Frank Sinatra aufgetreten, mit den deutschen Bandleadern verbinden ihn die Liebe zum Swing und die Ausdauer. 67jährig ist der Wahl-Thurgauer im Frühling geworden, gestern ist er mit seiner Big Band zur neuen Schweiz-Tournée gestartet. «It's Swing Time» heisst sie.

Lange allerdings war Mister Swing bekannt als der Mann an der Seite der Swiss Lady. Mit seinem Sextett vertrat er 1977 die Schweiz am Eurovision Song Contest in London. «Swiss Lady» hiess der Song von Martin Reber (Peter, Sue und Marc), eine fulminante Nummer, in der Lienhards Piccolo gegen das Alphorn von Mostafa Kafa'i Azimi zum Virtuosenduell antrat. Ein Fossil aus der Volkskultur mitten in der modernen Unterhaltungsmusik, das war damals ganz schön frech, brachte den sechsten Platz ein – und so viel Publizität, dass es lähmend wurde.

Als Befreiungsschlag gründete Pepe Lienhard 1980 eine Big Band. Auch das war kühn in einer Zeit, in welcher reihum Grossformationen aufgelöst wurden und das Zauberwort Playback hiess. Doch Lienhard startete durch, er prägte den Sound des Schweizer Fernsehens und der Armee mit, wurde zum Hausorchester des Fürsten von Monaco, trat mit Harry Belafonte, Sammy Davis jr., Whitney Houston und Udo Jürgens auf, liess die Swing-Ära von Glenn Miller bis Count Basie aufleben.

Den Start in die Profikarriere tat der Aargauer übrigens am 1. August 1969 mit seinem Sextett in St. Gallen, im «Trischli», bewusst abseits der grossen Aufmerksamkeit. Nun kehrt er an den Ort der Feuertaufe zurück. Diesmal in den grossen Tonhalle-Saal. Beda Hanimann

Morgen Do und Fr, 1.11., Tonhalle, 19.30 Uhr