Wo die wilden Kerle baden

Am Strand ist die Schamgrenze schnell erreicht. Auch für Menschen, die sonst nicht zimperlich sind.

Bettina Kugler
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Die No-Go-Area beginnt gut hundert Meter nördlich des Strandkorbs, in dem wir gerade sitzen. Dort liegt der FKK-Bereich, wo sich verschrumpelte Mittsechziger tummeln. Schamlos spazieren sie mit schlaffer Haut und unrasierter, schütterer Körperbehaarung durch den Sand, stürzen sich in die nicht gerade hitzig temperierten Fluten.

Peinlich! So finden es unsere in der Bikinizone und anderen Regionen frisch enthaarten Mädchen – die eine zehn, die andere schon ziemlich dreizehn. Sonst sind sie nicht so zimperlich, was nackte Tatsachen und allerlei athletische Verrenkungen betrifft, zu denen speziell trainierte Menschen hüllenlos im Stande sind. Doch das ist für die Generation Porno, zu der heute fast jedes Schulkind früher oder später zählt, nur medial gefiltert und künstlich aufgeblasen denkbar.

Dagegen finden sie eklig, was natürlich wächst. «Der Papa hat mehr Haare unter den Achseln als auf dem Kopf!», diese Erkenntnis kann die elterliche Autorität gefährlich untergraben. Die Schamgrenze am Strand ist schnell erreicht. Man braucht nicht einmal dorthin gehen, wo die wilden Kerle baden. Es muss an Katja Busenwunder liegen, die heimlich miterzieht. Haut und Haar dagegen, wahre Liebe, offene Worte – für die fast Dreizehnjährige gibt es dazu nur einen Kommentar: «FSK 16».

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