Passionskonzert mit Haydns «Stabat Mater»

Das Collegium Musicum Ostschweiz spielt das «Stabat Mater» von Joseph Haydn. Morgen Palmsonntag in Arbon, am Gründonnerstag in St. Gallen.

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Die Dichtung «Stabat Mater dolorosa» entstand vermutlich im 13. Jahrhundert, wurde aber erst 1727 offiziell in die römische Liturgie aufgenommen. Zu dieser Zeit war die Vorstellung von der klagenden und leidenden Mutter Gottes im Christentum längst etabliert. Die volkstümlichen Strophen vom Schmerz der Mutter Maria über ihren am Kreuz sterbenden Sohn sind nicht Ausdruck einer endgültigen Situation, sondern formulieren einen Prozess.

Von der Tiefe zur Höhe

Die Komposition Haydns entstand ohne Auftrag und wurde am 25. März 1768 in Wien unter der Leitung Haydns uraufgeführt. Er beschreibt die Klage Marias am Kreuz, wendet sich dann zu Bitten und weist schliesslich auf Visionen des Jüngsten Gerichtes. Der Durchgang von der Tiefe zur Höhe, die Bittrufe mit Aufforderungscharakter, lang angelegte Steigerungen in Dynamik und Harmonik und Stimmungswechsel sind die kompositorischen Mittel, auf die Haydn zurückgreift und die dem Stück seine Eindringlichkeit verleihen.

Hörer direkt angesprochen

Die Metaphern in der Vertonung Haydns erzeugen eine Ebene der Wirklichkeit, die in ihrer Intensität den Hörer direkt anspricht. Er wird zum Mitleidenden mit Maria. Das Collegium Musicum und das Collegium Cantorum stehen unter der Leitung von Mario Schwarz. Solisten sind Muriel Schwarz (Sopran), Judith Scherrer Kleber (Alt), Simon Witzig (Tenor) und Bojidar Vassilev (Bass). (pd)

Morgen So, ev. Kirche, Arbon, 17 Uhr ; Do 21.4., Kirche St. Laurenzen, St. Gallen, 19.30 Uhr