Zwei Clowns am Grenzzaun
Kreuzlingen-Konstanz

Olli Hauenstein kann nicht nach Konstanz, Ramses Alfa momentan nicht in seine Heimat Togo. Die beiden Clowns aus «Footit und Chocolat» denken über eine gemeinsame Theaterproduktion in Afrika nach.

Martin Preisser
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Olli Hauenstein und Ramses Alfa träumen von neuen Theaterprojekten.

Olli Hauenstein und Ramses Alfa träumen von neuen Theaterprojekten.

PD

Der Schauspieler Ramses Alfa lebt mit neun anderen afrikanischen Schauspielkollegen in Konstanz. Eigentlich hätte er am dortigen Theater im Stück «König Baabu» auftreten sollen. Jetzt macht sich Alfa Sorgen um seine Familie in Togo. Das Corona-Virus könnte in Afrika noch viel verheerende Folgen haben als hier. Ramses Alfa war letzten Sommer auf der Bühne der Partner von Olli Hauenstein aus dem thurgauischen Sommeri.

Gemeinsam hatten sie die bewegende Geschichte vom ersten schwarzen Clown, «Footit und Chocolat», ins Konstanzer Theaterzelt am See gezaubert und ihr Publikum begeistert. Jetzt haben sich die beiden am Grenzzaun zwischen Kreuzlingen und Konstanz getroffen. Und Pläne geschmiedet für ein gemeinsames Clown-Stück in Togo.

Stillstand in den Köpfen muss nicht sein

Die Figur des Clowns in der europäischen Tradition ist in Afrika so nicht bekannt. So könne man auch nicht einfach «Footit und Chocolat» eins zu eins auf eine afrikanischen Bühne bringen, sagt Olli Hauenstein. Daher überlegen sich Alfa und Hauenstein ein auf Afrika zugeschnittenes Clown-Stück. Eine kalte Bise wehte beim Treffen am Grenzzaun. «Wie wollen uns wiedersehen, wenn es wärmer ist und falls es dann wegen vielleicht strengerer Ausgangssperren noch möglich ist», sagt Olli Hauenstein. «Es ist schon schön, wenn man sich wenigstens einen Blick zuwerfen kann», findet er. «Und wenn auch im Augenblick alles immer mehr Stillstand wird, in unseren Köpfen muss ja keine Stillstand sein.»

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