Unterstützung
Coronahilfen für Kultur: Kanton St.Gallen verdoppelt fast den Betrag für Werkbeiträge

Statt 260'000 stehen dieses Jahr rund 460'000 Franken für Werkbeiträge zur Verfügung. Der Kanton St.Gallen erhöht die Unterstützung für Kulturschaffende – und bezeichnet dies explizit als Hilfe für die im Coronajahr gebeutelte Kulturszene. Zudem soll die soziale Absicherung der Kulturschaffenden verbessert werden.

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Sie alle haben 2020 einen Werkbeitrag oder einen Atelieraufenthalt erhalten. Jetzt erhöht Regierungsrätin Laura Bucher (ganz links) den Betrag für Werkbeiträge von 260'000 auf 400'000 Franken. Die Preisträger: (von links) Livia Rita Heim, Lionel Umbricht, Tine Edel, Basil Kehl, Bianca Barandun, Céline Arnould, Andrea Vogel, Hildegard Keller, Frédéric Zwicker, Nathan Federer, Rita Kappenthuler, Nelly Bütikofer, Thomas Marbacher, Sebastian Marbacher, Raphael Loher, Kilian Rüthemann, Ramon Landolt, Matthias Fässsler.

Sie alle haben 2020 einen Werkbeitrag oder einen Atelieraufenthalt erhalten. Jetzt erhöht Regierungsrätin Laura Bucher (ganz links) den Betrag für Werkbeiträge von 260'000 auf 400'000 Franken. Die Preisträger: (von links) Livia Rita Heim, Lionel Umbricht, Tine Edel, Basil Kehl, Bianca Barandun, Céline Arnould, Andrea Vogel, Hildegard Keller, Frédéric Zwicker, Nathan Federer, Rita Kappenthuler, Nelly Bütikofer, Thomas Marbacher, Sebastian Marbacher, Raphael Loher, Kilian Rüthemann, Ramon Landolt, Matthias Fässsler.

Bild: Patrick Froidevaux

Ausserordentliche Zeiten machen ausserordentliche Förderung nötig – mit diesen Worten eröffnet die Staatskanzlei St.Gallen eine Mitteilung. Sie enthält für einmal gute Nachrichten für die Kultur: Wegen der besonderen Umstände erhöht der Kanton die verfügbare Summe für Werkbeiträge von 260'000 auf rund 460'000 Franken.

Werkbeiträge werden von der Kulturförderung des Kantons St.Gallen jährlich an Kulturschaffende vergeben. Mit den Beiträgen fördert der Kanton Vorhaben von Künstlerinnen und Künstlern der Sparten angewandte Kunst und Design, bildende Kunst, Geschichte und Gedächtnis, Literatur, Musik, Theater und Tanz. Die Kulturschaffenden sollen dank der Unterstützung die nötige Zeit und Sicherheit erhalten, um ihre Ideen, Projekte oder Werke auszuarbeiten oder ihre künstlerische Tätigkeit weiterzuentwickeln.

Bewerbungen nehme das Amt für Kultur online bis am 20. Februar 2021 entgegen. Kulturschaffende könnten einen Werkbeitrag in der Höhe von 10'000, 20'000 oder 30'000 Franken beantragen. Dies gilt allerdings nicht für Filmschaffende: Sie können sich laut Mitteilung nur für einen Aufenthalt in den Atelierwohnungen in Rom oder Berlin, nicht aber für einen Werkbeitrag bewerben. Auch sei es möglich, eine individuelle Weiterbildungsidee einzureichen, die einen bestimmten Aufenthalt oder eine Stage umfassen könne. Die definitiven Entscheide über die Vergabe der Werkbeiträge und Aufenthalte falle bis Ende Mai 2021. Infos dazu finde man hier.

Kanton beteiligt sich an Vorsorgebeiträgen

Der Kanton unterstützt also Kunst- und Kulturschaffenden im 2021 mit im Vergleich zum Vorjahr rund zusätzlichen 200'000 Franken für Werkbeiträge. Neu sei ein Teil des Kredits auch für die Vorsorgebeiträge an die 2. und 3. Säule reserviert, schreibt die Staatskanzlei. Denn der Kanton St.Gallen sei bestrebt, die soziale Absicherung der Kulturschaffenden zu verbessern. Weiter heisst es:

«Zahlen die Kunstschaffenden einen Vorsorgebeitrag ein, verdoppelt der Kanton diesen bis zu maximal sechs Prozent des Werkbeitrags.»

Ein weiteres Förderinstrument seien die Aufenthalte in den Atelierwohnungen in Rom und Berlin. In Rom stehe die Wohnung während zweimal drei Monate und in Berlin für einmal drei Monate zur Verfügung. Kulturschaffende und Filmschaffende können dort Projekte realisieren, deren Ausgangspunkt und Inspirationsquelle diese Grossstädte bildeten. Auch hierfür kann man sich bis 20. Februar 2021 online bewerben.

Das Auswahlverfahren für die Werkbeiträge wie für die Atelierwohnungen werde in zwei Stufen durchgeführt. In jeder Sparte beurteile eine dreiköpfige Fachjury die Projekteingaben und nominiere die Bewerberinnen und Bewerber für die zweite Stufe. In diesem zweiten Schritt treffen sich Vertreterinnen und Vertreter der Fachjurys, um aus den nominierten Vorhaben jene auszuwählen, die mit einem Werkbeitrag oder einem Städteaufenthalt gefördert werden. (red.)

Hinweis: Das Amt für Kultur, das Kulturbüro St.Gallen und die Kulturförderung der Stadt St.Gallen organisieren am Montag, 11. Januar 2021, ab 19 Uhr, gemeinsam einen Online-Informationsabend, an welchem Fragen rund um die Bewerbungen für Werkbeiträge und Atelieraufenthalte 2021 geklärt werden können. Dieser sei kostenlos und werde per Skype durchgeführt, Anmeldung erforderlich.