Sommerferien
Auf diesen fünf Spaziergängen können Familien Kultur mit Bewegung verbinden

Unsere regionalen Ausflugstipps sind sowohl für Kinder als auch Erwachsene geeignet: Am Fluss, im Park und in der Stadt sind Kunst, Hörstücke und Architektur an der frischen Luft erlebbar.

Roger Berhalter, Christina Genova, Bettina Kugler, Martin Preisser, Kathrin Signer
Merken
Drucken
Teilen
Von Frauenfeld bis Dornbirn: Fünf sommerliche Kulturspaziergänge laden zu Entdeckungsreisen ein.

Von Frauenfeld bis Dornbirn: Fünf sommerliche Kulturspaziergänge laden zu Entdeckungsreisen ein.

Infografik: Stefan Bogner

Frauenfeld: Architektur erkunden

Das Thema Architektur wird auch spielerisch behandelt.

Das Thema Architektur wird auch spielerisch behandelt.

Bild: PD

Wie haben sich Frauenfelds Strassen, Plätze und Gebäude in den letzten Jahrzehnten verändert? Das erfährt man vom 11. bis 13. August im kostenlosen Sommercamp Architektur, jeweils von 10 bis 16 Uhr. Kinder und Erwachsene begeben sich auf Erkundungstour durch die Stadt, ausgestattet mit Beobachtungsaufträgen und Arbeitsmaterial. Die Erkenntnisse werden in einer Ausstellung im Verwaltungsgebäude an der Promenadenstrasse präsentiert, wo es auch ein Atelier gibt.

Am 11. und 12. August finden ausserdem zwei öffentliche Stadtspaziergänge statt: zur Frauenfelder Baukultur und zum Werk der Architektin Susi Müller-Gehrig. Anmeldung und Infos unter info@zeughausteufen.ch.

Lichtensteig: Schnitzeljagd im Städtli

Auf den 21 Stationen im Lichtensteiger Stadtkern gibt es einige zu entdecken. So wie dieses Werk der Künstlerin Anna Diehl.

Auf den 21 Stationen im Lichtensteiger Stadtkern gibt es einige zu entdecken. So wie dieses Werk der Künstlerin Anna Diehl.

Bild: PD

«Kultur verussen» heisst die aktuelle Open-Air-Veranstaltungsreihe des Rathauses für Kultur in Lichtensteig. Dazu gehört auch ein Kunstspaziergang durchs Städtli mit 21 Stationen, die bis 18. Juli täglich von 14 bis 21 Uhr in Betrieb sind (Start beim Infopoint am Stadthaus).

Zu sehen sind Werke von Ostschweizer Kunstschaffenden: H.R. Fricker hat Steinhäufchen aufgeschüttet, Silke kleine Kalvelage zeigt ihr Werk in einer Tiefgarage, Jan Georg Glöckner veranstaltet ein Festival für Pflanzen, Elisabeth Nembrini lässt Fahnen flattern. Es gibt also einiges zu entdecken, gerade auch für Kinder. Unter www.kunstspaziergang.fun sind mehr Infos und ein auf Familien zugeschnittener Rundgang verfügbar.

Kreuzlingen: Hörspaziergang «Baumgeflüster»

Das Seemuseum lädt zum Hörspaziergang im Arboretum ein.

Das Seemuseum lädt zum Hörspaziergang im Arboretum ein.

Bild: Thomas Meier-Löpfe

Manchmal, wenn man ganz leise ist, hört man die Bäume Geschichten erzählen. Im Seeburgpark Kreuzlingen zum Beispiel. Dort verraten die Baumriesen Geheimnisse aus ihrem holzigen Innenleben, rezitieren Gedichte und schwelgen in den Erinnerungen ihres 120-jährigen Baumgedächtnisses. Der Hörspaziergang «Baumgeflüster» beginnt beim Seemuseum Kreuzlingen, führt in 17 Stationen rund um das Schloss Seeburg und dauert rund 60 Minuten.

Die Stationen entstanden in Zusammenarbeit mit der Frauenfelder Theaterwerkstatt Gleis 5. Die Baumriesen im Arboretum bieten sowohl Regenschutz als auch ein schattiges Plätzchen bei sommerlichen Temperaturen. Audioguides und Übersichtspläne für den Spaziergang sind kostenlos beim Seemuseum Kreuzlingen erhältlich, jeweils von Dienstag bis Sonntag von 11 Uhr bis 17 Uhr.

Dornbirn: Erwin Wurms virtuelle Skulpturen

Der Österreicher Künstler Erwin Wurm.

Der Österreicher Künstler Erwin Wurm.

Bild: PD

Er mag es gross, handfest, mit Alltagsbezug: Erwin Wurm, einer der erfolgreichsten Gegenwartskünstler aus Österreich, hat schon Parks mit mannsgrossen Gurken ausstaffiert oder einen Riesenstrickpullover als Fastentuch im Wiener Stephansdom aufgehängt. Erst kürzlich war in Dornbirn die Ausstellung «Big» seinen Installationen gewidmet, ab 13. Juli kann man virtuelle Skulpturen von Erwin Wurm an der frischen Luft und digital entdecken: als Kunst im Stadtraum.

Über die App Wikar können Besucherinnen und Besucher an mehreren Stationen mit speziell für den Rundgang geschaffenen virtuellen Versionen von Skulpturen wie «Fat Car» und «Flying Mother» verschmelzen, davon Bilder machen und sie in den sozialen Netzwerken teilen.

Alter Rhein: Der Fluss in Frauenhand

Vier Künstlerinnen laden ab 16. Juli zum Kunst-Spaziergang am Alten Rhein zwischen Lustenau und Diepoldsau ein.

Vier Künstlerinnen laden ab 16. Juli zum Kunst-Spaziergang am Alten Rhein zwischen Lustenau und Diepoldsau ein.

Bild: PD

«Reicht es, einfach da zu sein?», fragen die Initiantinnen des Kunstwegs am Alten Rhein. Ja, es reicht vollkommen, ist ihre beruhigende Antwort. Ganz in Frauenhand ist der Kunstweg zwischen Lustenau und Diepoldsau (Eröffnung: 16. Juli). «Woran messen wir unseren Wert und die Sinnhaftigkeit unseres Tuns», das will Thema des 800 Meter langen Weges sein. Conni Holzer, Nina Lyne Gangl, Verena Wohlrab und Martina Feichtinger haben sechs Kunststationen eingerichtet. In Form von Installationen, Performance-Videos und Audio-Beiträgen wird etwa das Thema Wasser ausgelotet, aber auch die Geschichte der Flüchtlinge der NS-Zeit an der Grenze Schweiz-Österreich.

An einer weiteren Station haben zwei Künstlerinnen performativ Bewegungen reduziert, aufs Sitzen, Stehen und Liegen. Sie wollen einen Raum für eine «Kommunikation des Fühlens» schaffen. Klangspiele ergänzen solche Ideen ebenso wie etwa ein Leinenvorhang zwischen Bäumen. Für den Genuss des Kunstwegs braucht man ein Smartphone oder Tablet mit mobilem Internet (oder ein Leihgerät), Kopfhörer für ungestörten und guten Sound sind zu empfehlen, Für den Rundgang sollte man sich ungefähr eine bis eineinhalb Stunden Zeit nehmen.