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Seelenstrip nach langer Zwangspause: Die St.Galler Band We are Ava präsentiert ihr erstes Album

Die St.Galler Elektropopband We are Ava hat ihr erstes Album «Inner Gardening» in sechs Kantonen in sechs privaten Gärten vorgestellt. In St.Gallen wird es am 17. September in der Grabenhalle präsentiert.

Urs-Peter Zwingli
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Die Elektropopband We are AVA zu Besuch beim Radiosender FM1: Nicola Holenstein (l.), Kim Lemmenmeier und Andy Schwendener.

Die Elektropopband We are AVA zu Besuch beim Radiosender FM1: Nicola Holenstein (l.), Kim Lemmenmeier und Andy Schwendener.

Bilder: Ralph Ribi

Ein Musikvideo in einem Gewächshaus und eine Album-Promotour durch private Gärten: Die St.Galler Elektropopband We are Ava bespielt das Thema ihres ersten Albums «Inner Gardening» kreativ. Der Titel verweist auf das innere Gärtchen, dem sich viele Menschen während der Coronazeit vermehrt widmeten. Schlagzeuger Andy Schwendener sagt:

«Auch wir haben das fast konzertfreie 2020 dafür genutzt, intensiv an unserer Musik zu arbeiten.»

Er und Sängerin Kim Lemmenmeier sowie Nicola Holenstein (Bass, Keyboard und Effektgeräte) arbeiteten in den vergangenen Monaten intensiv mit verschiedenen Produzenten zusammen – unter anderem an zwei mehrtägigen Studioaufenthalten in Stuttgart. «Das waren lange Arbeitstage, an denen wir höchstens kurz mal für eine Brezel aus dem Studio raus sind», sagt Nicola Holenstein.

Das Album liefert einen «Seelenstrip»

Das Resultat dieser harten Arbeit ist eben «Inner Gardening», elf Songs in verdichteten 35 Minuten. Musikalisch bewegen sich We are Ava zwischen Synthie-Hymnen wie «You Unfollowed Me», tanzbaren Poptracks wie «Conquer Me», Balladen wie «Mine» oder dem energetischen Liebeslied «Sorta Kinda Really Into You». Inhaltlich liefere das Album einen «Seelenstrip», heisst es im Pressetext der Band. «Tatsächlich spreche ich Themen, die mich beschäftigen, in meinen Songs direkter an als früher. Ich musste zuerst lernen, diese Offenheit zuzulassen», sagt Sängerin Kim Lemmenmeier, die jeweils das Grundgerüst der Songs schreibt. Danach feilt die Band gemeinsam daran weiter.

Der Song «No More» aus dem neuen Album «Inner Gardening»

Quelle: Youtube

Praller Konzertsommer fiel ins Wasser

Im Frühling 2020 standen We Are Ava vor einem prallen Konzertsommer, auch ein Auftritt am heimischen Open Air St.Gallen war geplant. «Dass dann fast alles ins Wasser fiel, war im ersten Moment ein Schock», sagt Schwendener. «Wir geniessen es im Moment umso mehr, wieder für ein Publikum spielen zu können», sagt Holenstein. Sie seien eine Liveband und wollten das auch zeigen. In ihren Songs setzen We are Ava zwar immer wieder elektronische Effekte ein, auf der Bühne stehen aber zuvorderst analoge Instrumente wie ein Schlagzeug und ein Klavier.

Und die Band setzt ihre Kreativität auch ein, wenn es um Konzertorte geht. Um ihr Album zu präsentieren, organisierte sie eine Tour mit sechs Konzerten in privaten Gärten in sechs Kantonen. «Wir haben einen Aufruf auf Social Media gepostet und kamen so zu Kontakten», sagt Lemmenmeier. Diese «In Your Garden»-Tour gab der Band die Gelegenheit, nach der langen Zwangspause an ihrem Liveauftritt zu arbeiten.

Zu jedem Song ein Video

«Bei der Arbeit mit Produzenten sind wir als Musiker weitergekommen», sagt Schwendener. Das Bandprojekt habe aber noch weitere Entwicklungen möglich gemacht. So lernte Holenstein für die Band, wie man Videos dreht und produziert. Für «Inner Gardening» lanciert die Band nun für jeden Song einen Clip, darunter auch animierte Videos. Jenes zum Song «More Than You Like Me» zeigt die Band mit einem Streicherquartett in einem Gewächshaus. «Eine Zusammenarbeit mit Streichern war schon lange ein Traum von uns», sagt Schwendener. Sie hätten die ursprüngliche Version des Songs dafür extra neu arrangiert und die Noten für die Streicher selbst komponiert.

Aktuell beschäftig sich die Band vor allem mit der Vorbereitung ihrer Albumtaufe. Diese findet am 17. September in der St.Galler Grabenhalle statt – hier hatte die Band vor gut zwei Jahren bereits ihre EP «Feel Them Listening» lanciert. «Auch darum ist die Grabenhalle ein besonderer Ort für uns. Und wie viele St.Galler haben wir während unserer Jugend viel Zeit in der Grabenhalle verbracht», sagt Holenstein.

Albumpräsentation: Fr, 17.9., 20.30 Uhr (Tür: 19.30 Uhr), Grabenhalle St.Gallen; www.weareava.ch

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