Pop
Die St.Gallerin Joya Marleen möchte ihren Radiohit «Nightmare» endlich auf die Bühne bringen

Die St.Galler Singer-Songwriterin Joya Marleen ist mit ihrem Radiohit «Nightmare» national bekannt geworden. Während der Pandemie konnte sie damit kaum auftreten. Jetzt stellt die 18-Jährige eine Band zusammen und macht sich bereit für die ersten grossen Konzerte.

Roger Berhalter
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Joya Schedler alias Joya Marleen in ihrem Zimmer in St.Gallen.

Joya Schedler alias Joya Marleen in ihrem Zimmer in St.Gallen.

Bild: Arthur Gamsa (14. Oktober 2020)

Ihre Worte sprudeln aus dem Telefonhörer. «Ich bin megaoptimistisch für die Zukunft», sagt Joya Marleen, auf ihre Pläne angesprochen. Die 18-jährige St.Gallerin befindet sich gerade auf der Startrampe zu einer Popkarriere – und sie ist bereit abzuheben, wie sie mehrfach betont:

«Ich bin sehr ehrgeizig und motiviert. Die Musik ist mein Traum, dafür muss ich alles geben.»

Sie tut dies bisher erfolgreich. Der Sender SRF3 hat sie soeben zum «Best Talent» für den Monat Juni erklärt. Heute Donnerstag wird sie im Radiostudio vier Songs live einsingen.

Auch sonst rotiert Joya Marleen derzeit zwischen Lausanne und St. Gallen, um Interviews zu geben, in Radiostudios zu singen, Songs zu schreiben und zu proben. «Es ist ein kunterbunter Haufen an Terminen, daran muss ich mich erst noch gewöhnen», sagt die Kantischülerin und lacht.

Der Grund für die Promo-Tour: Am 18. Juni erscheint ihr erstes, nach ihr benanntes Minialbum. Darauf ist auch der Song «Nightmare» zu finden, der Joya Marleen im vergangenen Sommer schlagartig bekanntgemacht hat.

«Es war nie geplant, dass es ein Hit wird», sagt Marleen, die mit bürgerlichem Nachnamen Schedler heisst. «Doch dann ging der Song durch die Decke. Ich war ziemlich baff.» Nun legt sie mit der EP «Joya Marleen» nach, wobei fünf der sechs Songs schon veröffentlicht und seit einer Weile als Stream verfügbar sind.

Die Chancen stehen gut, dass sie an ihren Erfolg anknüpfen kann, denn sie hat inzwischen eine kleine Hitmaschine um sich herum aufgebaut. Einerseits verleiht ihr das Plattenlabel Phonag Records Rückenwind, anderseits arbeitet sie mit einem der erfolgreichsten Schweizer Musikproduzenten zusammen. Thomas Fessler von den 571 Recording Studios hat schon für nationale Popstars wie Bastian Baker oder 77 Bombay Street gemischt.

«Thomas bringt eine andere Sicht ein. Ich bin sehr, sehr happy mit dieser Zusammenarbeit», sagt Joya Marleen und erzählt, wie sie oft nach der Schule mit dem Zug nach Zürich gefahren sei, um im Studio an den Songs zu arbeiten.

Von der Ein-Frau-Show zur Band

Der Produzent hat ihren Liedern ein passendes Klangkleid geschneidert, nach allen Regeln der aktuellen Popkunst. Der Song «Driver» geht mit stampfendem Beat, knackigen Gitarren und mehrstimmigem Gesang voran und hat das Potenzial zum Sommerhit.

Der Song «Driver» hat Sommerhit-Potenzial.

Quelle: Youtube

In den ruhigeren Songs wie «It’s Been A While» kommt die Stimme der 18-Jährigen noch stärker zur Geltung und wird gleichzeitig intim und gross.

Jetzt freut sich Joya Marleen auf ihre ersten grossen Konzerte. Als Singer-Songwriterin steht sie schon seit Jahren auf der Bühne.

«Nur mit Gitarre und Gesang ist es aber schwierig, ein grosses Publikum über längere Zeit zu fesseln.»

Deshalb tüftelt sie zusammen mit einem Keyboarder und einem Schlagzeuger fleissig daran, wie sie ihre aufwendig produzierten Songs live «auf drei Leute verteilen» kann. Ihre Ein-Frau-Darbietung soll zur Band-Show werden.

In der Region wird Joya Marleen zum Beispiel am 3. September im «Treppenhaus» in Rorschach auftreten sowie im Vorprogramm von Patent Ochsner am 15. September am St.Galler Weihern Open Air.

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