Mundartrap
Vom Poetry-Slam zum Mundartrap: Der Rheintaler Rexeye meldet sich mit neuen Texten zurück

Früher trug Shqipton Rexhaj eigene Gedichte auf Poetry-Slam-Bühnen vor. Heute rappt der Montlinger Mundarttexte. In seinen Videoclips trifft man so manches bekannte Gesicht aus der Rheintaler Kulturszene an.

Roger Berhalter
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Albanischer Name, englischer Künstlername: Shqipton Rexhaj alias Rexeye.

Albanischer Name, englischer Künstlername: Shqipton Rexhaj alias Rexeye.

Bild: PD

«Nenn mich Toni, das ist einfacher», sagt Shqipton Rexhaj gleich zu Beginn. Der Montlinger mit kosovarischen Wurzeln erzählt am Telefon von seinem neusten Videoclip, den er unter dem Künstlernamen Rexeye veröffentlicht hat. «Life Is Pain» heisst der Song, eine melancholische Mundartrap-Nummer über die Härten des Lebens.

Teile dieses Songs schwirren Rexhaj schon lange durch den Kopf. Schon 2006 habe er ihn eigentlich auf einem Album veröffentlichen wollen, doch «Life Is Pain» sei nicht rechtzeitig fertig geworden.

Nun, als mittlerweile 39-Jähriger, hat Rexhaj einen Text dazu geschrieben, den Song fertig produziert und einen Videoclip dazu gedreht. Anders als der Titel «Life Is Pain» vermuten lässt, möchte Rexhaj damit eine positive Botschaft verbreiten: «Leben ist nicht einfach nur Schmerz, Leben ist Hoffnung.»

Gedichtbände im Eigenverlag veröffentlicht

Shqipton Rexhaj war vor rund 15 Jahren ein bekannter Name in der Ostschweizer Poetry-Slam-Szene. «Damals habe ich nur dafür gelebt», erinnert er sich, und noch heute sagt er:

«Das Schreiben macht mich aus.»

Rexhaj fing mit Gedichten an, zwei Lyrikbände veröffentlichte er im Eigenverlag. 2005 erhielt er für seine Texte den Förderpreis der St.gallischen Kulturstiftung. Damals habe er auch mit dem Mundartrap begonnen. «Ich trug die Texte auf der Bühne vor, a cappella quasi.» Rap ohne Beat auf einer Poetry-Slam-Bühne.

Familie statt Poetry-Slam

Danach blieb es um Rexhaj lange ruhig. «Ich habe mich in den vergangenen Jahren voll meiner Familie gewidmet», sagt er. Zudem habe er als gelernter Koch in der Gastronomiebranche gearbeitet. Viele Abende verbrachte er deshalb bei der Arbeit in der Küche, viel Zeit zum Texten sei da nicht mehr geblieben.

Heute hat er sozialverträglichere Arbeitszeiten, deshalb hat er im vergangenen Jahr wieder mit Texten und Mundartrap begonnen. Unter dem Künstlernamen Rexeye – eine englische Version seines albanischen Nachnamens – hat er auf Youtube schon vier Songs veröffentlicht.

Künstler Kuspi als mürrischer Familienvater

Bei seinen Songs und Videodrehs sei es ihm wichtig, die verschiedensten Menschen zusammenzubringen, sagt Rexhaj. So trifft man in seinen Clips so manches bekannte Gesicht aus der Rheintaler Kulturszene an. In «Life Is Pain» spielt der Widnauer Künstler Kuspi eine Hauptrolle. Er mimt einen mürrischen Familienvater, der vor dem Sofa Bier trinkt und seine Ehefrau schlägt, weil sie ihm die Sicht versperrt.

In einem anderen Clip («Peter Pan») gibt der Rheintaler Künstler Simon Kness mit Piratenaugenklappe den Kinderschreck, auch die Sängerin Manuela Oesch Olowu spielt und singt mit.

Weitere Songs samt zugehörigen Videoclips sollen folgen. Shqipton Rexhaj möchte sie, einen nach dem anderen, auf seinem Youtube-Kanal veröffentlichen. «Das Zeug muss raus.»