Kunst
19 Performances in 10 Tagen: St.Gallen wird Ende August zur Schweizer Hauptstadt der vergänglichen Kunstform

Am Samstag, 21. August, treten am dritten Performance-Open-Air im Stadtpark sechs feministische Künstlerinnen auf. Am darauffolgenden Wochenende findet in der Lokremise ausserdem der Performancepreis Schweiz statt.

Christina Genova
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Maricruz Peñaloza (links) und Riccarda Naef kuratieren und moderieren das dritte Performance-Open-Air im St.Galler Stadtpark.

Maricruz Peñaloza (links) und Riccarda Naef kuratieren und moderieren das dritte Performance-Open-Air im St.Galler Stadtpark.

Bild: Tobias Garcia

Ende August wird St.Gallen zur Performancehauptstadt der Schweiz. Nicht nur findet am kommenden Samstag, 21. August, im Stadtpark ab 13 Uhr das dritte Performance-Open-Air mit sechs Performances und zwei Konzerten statt. Am darauffolgenden Wochenende, 28. und 29. August, wird ausserdem der elfte Performancepreis Schweiz in der Lokremise als öffentlicher Wettbewerb durchgeführt.

Die St.Galler Künstlerin Lika Nüssli.

Die St.Galler Künstlerin Lika Nüssli.

Bild: Tobias Garcia

Sieben Finalistinnen und Finalisten, die aus 120 Bewerbungen ausgewählt wurden, zeigen ihre Performances.


Im Final 2021 befindet sich mit Lika Nüssli und Marc Jenny auch ein Ostschweizer Duo. Sie dürfen auf die Preissumme von 30'000 Franken hoffen, ausserdem wird ein Publikumspreis von 6500 Franken verliehen.

Tanja Scartazzini die neue Leiterin des St.Galler Amts für Kultur ist an allen drei Veranstaltungstagen des Performancepreises Schweiz präsent.

Tanja Scartazzini die neue Leiterin des St.Galler Amts für Kultur ist an allen drei Veranstaltungstagen des Performancepreises Schweiz präsent.

Bild: PD

Eine Auftaktveranstaltung dazu mit Performances und Gesprächen gibt es bereits diesen Donnerstagabend, 19. August, von 19 bis 21 Uhr. Die Begrüssung übernimmt die neue Leiterin des St.Galler Amtes für Kultur, Tanja Scartazzini – es ist ihr erster öffentlicher Auftritt.

Vergänglich, flüchtig und schlecht bezahlt

Diese geballte Ladung an Performances ist ein Zeichen dafür, dass diese Kunstform blüht und eine lebendige Szene hat entstehen lassen: «Seit einigen Jahren sind Performances in Mode», bestätigt Maricruz Peñaloza, die Co-Kuratorin des Performance-Open-Airs. Sie macht selbst Performances und organisiert sie seit Jahren. Doch das grundsätzliche Problem dieser vergänglichen und flüchtigen Kunst, die vom Livemoment lebt, bleibt bestehen: «Die Frage ist, wie sich die Performancekunst vermarkten und überhaupt dokumentieren lässt», sagt Peñaloza. Weil die Kunstschaffenden das Medium seien, habe man am Ende kein Produkt:

«Ich kämpfe dafür, dass die Performancekunst anerkannt wird, auch finanziell.»

Das dritte Performance-Open-Air steht ganz im Zeichen von 50 Jahren Frauenstimmrecht. Deshalb haben Peñaloza und Co-Kuratorin Riccarda Naef ausschliesslich Frauen und Feministinnen in den Stadtpark eingeladen. Jeweils nach drei Performances folgt ein Gespräch mit den Künstlerinnen über ihre Arbeit.

Anne Käthi Wehrli (von links) und Claude Bühler werden zwei der sechs Performances im St.Galler Stadtpark bestreiten. Richarda Naef und Maricruz Peñaloza haben das Performance-Open-Air organisiert.

Anne Käthi Wehrli (von links) und Claude Bühler werden zwei der sechs Performances im St.Galler Stadtpark bestreiten. Richarda Naef und Maricruz Peñaloza haben das Performance-Open-Air organisiert.

Bild: Tobias Garcia

Einen zweiten Schwerpunkt am Performance-Open-Air bildet die Musik. Zu erleben sind die Künstlerin und Musikerin Claude Bühler aus St.Gallen und die gebürtige Herisauerin Gessica Zinni, die Teil des Folkduo Anaheim war und heute solo als Taimashoe auftritt. Zum Abschluss des Nachmittags spielt die Garage-Rock-Band Batbaits mit Musikerinnen aus Zürich und St.Gallen. Im Frauenpavillon sind während des ganzen Nachmittags Videoprojektionen der St.Galler Künstlerin Morena Barra sowie von Muda Mathis, Sus Zwick und Fränzi Madörin zu sehen. Die drei letzteren werden als Kultband Les Reines Prochaines auch am Performancepreis Schweiz auftreten.

Preisverleihung Performancepreis Schweiz

Die Preisverleihung findet am Sonntag, 29. August, statt. Als «Frühschoppen» startet Sophie Jung bereits um 9.30 Uhr mit einer Performance. Danach folgen Gespräche mit den Künstlerinnen und Performerinnen Pascale Grau und Manon, beide mit St.Galler Wurzeln. Um 12 Uhr schliesslich werden die Preise von der Kulturamtsleiterin Tanja Scartazzini übergeben, nach einer Begrüssung durch Regierungsrätin und Kulturministerin Laura Bucher.

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