Konzert

Auf Schloss Wartegg geht heute ein Törchen auf - aber nicht nur dort

Musiker sind erfinderisch. In Zeiten reduzierter Auftrittsmöglichkeiten präsent bleiben, das geht mit der Idee des musikalischen Adventskalenders. Beim Stradivari Quartett, aber auch bei der Stadtmusik St. Gallen.

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Live oder online: Das Stradivari Quartett spielt Mini-Konzerte vor Weihnachten. Drei davon in der Ostschweiz.

Live oder online: Das Stradivari Quartett spielt Mini-Konzerte vor Weihnachten. Drei davon in der Ostschweiz.

Bild:pd

24 musikalische Türchen öffnen sich im Advent. Engagiert lädt das renommierte Stradivari Quartett in ausgewählte Schweizer Hotels ein, um ein variantenreiches Adventsprogramm anzubieten. Das Quartett und befreundete Musiker gehen auf Tournee und spielen vom 1. bis 24. Dezember 24 kurze Konzerte an 24 Tagen in 24 verschiedenen Hotels, schweizweit mit unterschiedlichen Besetzungen. Live und per Streaming. Vom 1. bis zum 23. Dezember erklingen die musikalischen Advents-Törchen täglich um 14 Uhr, abgesehen vom letzten am 24. Dezember, welches um 11 Uhr geöffnet wird. Was gespielt wird, bleibt bis zum endgültigen Öffnen des Törchens eine Überraschung! Täglich wird ein neues Kammermusikwerk präsentiert – von Duos über Trios, diversen Quartetten, Quintetten bis hin zum Sextett mit Streichern, Bläsern und Pianisten inklusive Weihnachtsliedern mit Gesang und Orgel ist die ganze Palette von Haydn bis Brahms vertreten. In der Ostschweiz geht der Stradivari-Adventskalender am 2. Dezember in Schloss Wartegg (Rorschacherberg) auf. Am 9. Dezember macht das Ensemble im Kloster Fischingen und am 16. Dezember in der Kartause Ittingen halt.

«St. Bremrich» - ein virtuelles Orchester für die Vorweihnachtszeit

Für einen klingenden Adventskalender spannen auch die Stadtmusiken von Bremgarten, Zürich und St. Gallen zum gemeinsamen Onlineprojekt zusammen. Die Stadtmusik St. Gallen befand sich auf der Zielgeraden zum diesjährigen Kirchenkonzert, als Ende Oktober die Probenarbeit aufgrund der bundesrätlichen Bestimmungen mit mehr als 15 Personen verunmöglicht wurde.

Niki Wüthrich, Dirigent der Stadtmusik St. Gallen.

Niki Wüthrich, Dirigent der Stadtmusik St. Gallen.

Bild: pd

Die Grösse des Orchesters mit über 50 Personen liess ein ordentliches Proben nicht mehr zu. «Doch die Flinte wollten wir auch nicht ins Korn werfen», sagt Niki Wüthrich, Dirigent der Stadtmusik. Da er insgesamt drei Vereine dirigiert, fusionierte er die Korps kurzerhand – zumindest virtuell. «Wir haben nun gemeinsam einen klingenden Adventskalender geschaffen», sagt Wüthrich. Er nennt das fusionierte Orchester Stadtmusik St. Bremrich, zusammengesetzt aus den drei Orten St. Gallen, Bremgarten und Zürich.

Vielfältige Besetzungen

Die Orchestermusiker haben sich selbständig in Ensembles von drei bis 15 Personen zusammengetan und Stücke für die jeweilige Besetzung einstudiert. «Es ist spannend zu sehen, wie vielfältig die Besetzungen der Ensembles sind», sagt der Dirigent. Klassische Gruppierungen, aber auch kammermusikalische Duos und Trios oder gar familiäre Gruppierungen sind im klingenden Adventskalender anzutreffen. Es gibt Beiträge, bei welchen sich ein Musiker gleich selber virtuell begleitet, während einige Ensembles sich sogar über die Vereinsgrenzen hinaus zusammengetan haben. So musizieren etwa die Waldhörner aller drei Vereine für einen Beitrag gemeinsam. Ebenso gibt es ein Posaunenquartett, dass aus allen drei Vereinen Posaunisten vereint. (pd/map)

Stradivari Quartett: www.majaweber.com
Stadtmusik St.Gallen: www.tuerchen.com/stadtmusik_stbremrich