Salzkorn

Die Helden der Impfstrasse

Vom Dienschtverweigerer zum Impfbotschafter: Franz Hohler hat den kleinen Piks mit grosser Wirkung hinter sich. Der Glückliche!

Bettina Kugler
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Illustration: Corinne Bromundt

Ein kleiner Piks für dich, ein grosser Schritt für die Allgemeinheit: Auf diese fast schon historische Formel kann man den Start der Impfaktion in Zürich bringen. Unter den Ersten im Zentrum für Reisemedizin waren nicht nur Herr und Frau Stüssi, sondern auch prominente Impfbotschafter. WAM beispielsweise, Schauspieler Walter Andreas Müller, der unser aller Ängste stellvertretend mit aufgerissenen Augen für die Medien zum Besten gab. Schön, wenn es ein bisschen theäterlet vor dem mit so viel Hoffnung verbundenen Stich.

Gleich nach ihm sass Franz Hohler auf dem Showstuhl. 1983 endete seine TV-Karriere, weil er in einer «Denkpause» die Mundartversion von Boris Vians «Le déserteur» singen wollte, «Dr Dienschtverweigerer». Zu subversiv! Heute wird Hohler gern bespöttelt als «Gutmensch vom Dienst». Klar, dass er den Arm hinhält für einen guten Zweck. Die meisten werden noch lange auf den schützenden Piks warten müssen – falls sie sich überhaupt trauen. Da braucht es Clowns und Humoristen, die uns bei Laune und das Denken wach halten.