Freipass #14
«Loslassen tut immer wieder gut»: Die Innerrhoder Sängerin Karin Streule im Fragebogen

Jede Woche spielen wir Ostschweizer Kulturschaffenden den Ball zu und fragen: Was lernen Sie gerade neu? Worauf freuen Sie sich? Heute mit der Innerrhoder Jazzsängerin Karin Streule.

Claudio Weder
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Die Innerrhoder Sängerin Karin Streule gab im Mai ihr drittes Album heraus.

Die Innerrhoder Sängerin Karin Streule gab im Mai ihr drittes Album heraus.

Bild: PD/eineprisesalz

Die Sängerin und Multiinstrumentalistin Karin Streule wuchs in Brülisau auf einem Bauernhof auf. Heute wohnt sie zusammen mit ihrer Familie in Weggis – aktuell befindet sie sich auf Reisen. Die gebürtige Innerrhoderin liess sich zur Primarlehrerin ausbilden, ebenso absolvierte sie einen Master of Arts an der Musikhochschule Luzern mit Schwerpunkt Jazzgesang. Neben ihrem künstlerischen Schaffen ist Streule als Gesangslehrerin und Vocalcoach tätig.

Karin Streules Musik bewegt sich zwischen Folk, Jazz und Pop. In ihren Liedern kombiniert sie Elemente der Volksmusik mit modernen Klängen. Sie tritt solo oder zusammen mit ihrer Band auf und ist Teil der Formationen Moia, Stubenjazz und Quintinô. Im Mai erschien mit «Schlääzig» ihr drittes Album.

Was lernen Sie gerade neu?

Ich lese viel und versuche, das Gelesene in mein Leben zu integrieren. Die Gewaltfreie Kommunikation von Rosenberg beschäftigt mich seit längerem. Ausserdem lerne ich gerade viel mit meinen kleinen Kindern zusammen. Da geht es um Beziehung, Freiräume, Bedürfnisse, Zeitmanagement und das Ego. Der normale Wahnsinn als Mutter halt. Und ich schreibe dies mit einem Lachen im Gesicht. Diese Art des Lernens gefällt mir. Zudem übe ich mich gerade intensiv darin, im Moment zu leben und alle meine Sinne zu benutzen.

«Schöni Wölt», ein Song des im Mai erschienen Albums «Schlääzig».

Video: Youtube

Was haben Sie zuletzt für sich entdeckt?

Loslassen tut immer wieder gut.

Was hat Sie in den letzten Monaten am meisten beschäftigt?

Der Umzug von unserer Wohnung in ein Wohnmobil und die Reisevorbereitungen, da wir mit der Familie für ein Jahr verreisen. Natürlich wunderte ich mich immer wieder darüber, was da gerade abgeht auf der Welt. Aber ich versuche, mich nicht zu sehr ablenken zu lassen. Manchmal gelingt dies weniger gut, manchmal besser. Es kommt sehr darauf an, mit welchen Menschen ich mich gerade umgebe. In den letzten sechs Wochen, in denen wir schon mit dem Wohnmobil unterwegs waren, konnte ich mich leeren, entspannen und neu tanken.

Ein Freipass für Ostschweizer Kulturschaffende

Es ist Zeit für einen vorsichtig optimistischen Blick in die Zukunft. Deshalb erscheint jeden Freitag unser Fragebogen, den wir sportlich «Freipass» nennen. Jede Woche spielen wir einer oder einem Ostschweizer Kulturschaffenden den Ball zu und sind gespannt, welche Antworten sie uns geben. Den «Freipass» nehmen wir dabei wörtlich: Wir redigieren die Antworten nur minim.

Vervollständigen Sie den Satz: «Wenn ich nicht Musikerin geworden wäre, wäre ich heute …»

... vielleicht immer noch Lehrerin oder Naturheilpraktikerin. Und mein grösstes Hobby wäre die Musik. Ich würde aber auf jeden Fall Musik machen!

Video: Youtube

Wird die Pandemie die Kulturbranche längerfristig verändern – und sehen Sie darin auch etwas Positives?

Die Welt ist im Wandel, so wie sie es immer war. Wir sind aufgerufen, zusammen nach Lösungen zu suchen. Dazu müssen wir das Zusammen neu finden. Und dieses neue Zusammen fühle ich als Chance. Was sich bei mir verändert hat, ist die verstärkte Freude am Musizieren und Singen.

Mit wem würden Sie gerne einmal zusammenarbeiten und warum?

Da lasse ich mich gerne von meinem zukünftigen Leben überraschen. Bisher war es top! Ich habe schon mit so vielen wunderbaren, talentierten und kreativen Menschen zusammenarbeiten dürfen!

Worauf freuen Sie sich?

Auf die anstehende (Weiter-)Reise mit meiner Familie. Sie wird uns über den Winter in den Süden und nächsten Sommer in den Norden führen. Ich freue mich auf die Familienzeit und darauf, neue Menschen kennen zu lernen, Spass zu haben, viele Sonnenuntergänge und -aufgänge und ebenso viele Sternen- und Mondnächte zu erleben. Die Nähe zur Natur ist für mich ein Energiebooster.

Karin Streule spielt am Montag, 4. Oktober, im Rahmen der Gambrinus-Reihe ein Konzert im Einstein Bistro St.Gallen, Beginn 20 Uhr. Infos unter gambrinus.ch oder karinstreule.ch

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