«Das geht unter die Haut»: Promi-Stimmen zur «Wüstenblume»-Premiere am Theater St.Gallen

Von der Goba-Chefin bis zum Stadtpräsidenten: Prominente Gäste waren nach der Premiere von «Wüstenblume» am Theater St.Gallen voll des Lobes.

Rolf App
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Die Premiere von Wüstenblume zog am Samstagabend viel Lokalprominenz an.

Die Premiere von Wüstenblume zog am Samstagabend viel Lokalprominenz an.

Bild: Ralph Ribi, 22. Februar 2020
Goba-Chefin Gabriela Manser war von «Wüstenblume» begeistert.

Goba-Chefin Gabriela Manser war von «Wüstenblume» begeistert.

Bild: PD

Gabriela Manser hat in der Pause mit sich gekämpft. «Ich konnte nicht sprechen, so etwas ist mir noch nie passiert», erzählt die Chefin der Gontener Goba-Mineralquelle nach der Uraufführung des Musicals «Wüstenblume» im Foyer des Theaters St.Gallen.

Sprachlos gemacht hat sie der Lebensweg des Nomadenmädchens Waris Dirie aus Somalia, das es dank seiner eigenen, eigenwilligen Energie bis zu den Laufstegen der Welt schafft und dann den Kampf gegen die barbarische Tradition der Genitalverstümmelung aufnimmt.

Es ist dieses Thema, das Gabriela Manser so sehr unter die Haut geht, und das «mich als Frau tief berührt. Ich fühle mich da ganz klein; es wird mir bewusst, wie gut es uns doch geht.»

Auch Stadtpräsident und «Kulturminister» Thomas Scheitlin war voll des Lobes.

Auch Stadtpräsident und «Kulturminister» Thomas Scheitlin war voll des Lobes.

Bild: Benjamin Manser

«Das geht unter die Haut»: Was der St.Galler Stadtpräsident Thomas Scheitlin in Worte fasst, das kehrt bei unserem Rundgang wie ein Refrain immer wieder.

«Ich bin berührt, bewegt, emotional gepackt – und auch begeistert von der Art und Weise, wie diese Aufführung gemacht ist», sagt FCSG-Präsident Matthias Hüppi, der gerade mit seiner Frau vor dem Buffet ansteht. «Schauspielerisch und musikalisch stimmt alles – und das bei einer enormen Dichte an Szenen und grossem Tempo. Chapeau!»

Und auch Regierungsrat Bruno Damann hatte Lob für die «grosse Leistung» übrig – mit einer kleinen Ausnahme.

Und auch Regierungsrat Bruno Damann hatte Lob für die «grosse Leistung» übrig – mit einer kleinen Ausnahme.

Urs Bucher

Das schwierige Thema Genitalverstümmelung so präsentiert zu haben, dass es nicht einfach nur schockiert, das sei «eine grosse Leistung», bestätigt der St.Galler CVP-Regierungsrat Bruno Damann - «nur die Musik war teilweise zu laut», was auf Kosten der Textverständlichkeit gegangen sei. «Es war ausserordentlich eindrücklich, wie dieses schwierige Thema empathisch auf die Bühne gebracht worden ist», bestätigt sein Regierungskollege Fredy Fässler von der SP.

«Wie macht man das: Ein so ernstes Thema in etwas zu fassen, das den Leuten gefällt». Das hat nicht nur der St.Galler SP-Stadtrat Peter Jans sich gefragt, den nicht nur das Schauspielerische beeindruckt hat, sondern auch die Virtuosität, mit der die Bühne sich immer wieder wandelt. Auch musikalisch herrscht die Vielfalt; mal entfesselt der Komponist Uwe Fahrenkrog-Petersen afrikanische Rhythmen, dann wieder lässt er die Londoner Jazzszene auferstehen. Oder er lässt Stille einkehren für jene Szenen, die «unter die Haut gehen».

Wie viel das braucht, machen auf der Theatertreppe Direktor Werner Signer und Opernchef Peter Heilker deutlich, als sie nach und nach alle Beteiligten aufrufen, von jenen hinter der Bühne bis ganz nach vorn. Es dauert eine ganze Weile, bis Kerry Jean oben steht, die die erwachsene Waris gespielt und sich dabei «ganz wohl gefühlt», habe, wie sie sagt. «Die letzten Wochen waren anstrengend, aber es war so ein schöner Abend.»

49 Bilder
Autorin Waris Dirie war an der Premiere ebenfalls zugegen.

Bild: Andreas J. Etter

Und dann steht sie da, die Frau, vor der Gabriela Manser «Ehrfurcht» empfindet. Es dauert ein wenig, bis wir uns zu Waris Dirie hindurchgekämpft haben. Eindringlich schaut sie uns an, erzählt, dass sie am Freitagabend geweint habe, nach der Preview.

«Ich habe geweint wie ein Baby, und mich dann hingesetzt und gefragt, warum ich das tue. Die Antwort: Ich gehe immer weiter, schaue nie zurück. Hier aber schaue ich zurück.»

Es war, sagt sie, «eine wundervolle Show. Finden Sie nicht auch?»