«Also habe ich den Auftritt nach Südafrika verlegt»: Jetzt wagt Veranstalter Richard Butz wieder Konzerte in St.Gallen

Am 20. September geht die Jazzreihe «kleinaberfein» in St.Gallen weiter, mit einem Konzert des Reto Suhner Quartetts. Veranstalter Richard Butz erzählt, wie er unter erschwerten Bedingungen plant, und warum er ein Konzert von St.Gallen nach Johannesburg ausgelagert hat.

Roger Berhalter
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Der St.Galler Richard Butz (hier bei einer Veranstaltung im Historischen und Völkerkundemuseum St.Gallen) organisiert wieder Jazzkonzerte im Kleinformat.

Der St.Galler Richard Butz (hier bei einer Veranstaltung im Historischen und Völkerkundemuseum St.Gallen) organisiert wieder Jazzkonzerte im Kleinformat.

Bild: Ralph Ribi (9. Februar 2020)

Seit sieben Monaten konnten Sie kein Konzert mehr veranstalten. Jetzt wagen Sie es wieder. Warum?

Richard Butz: Man muss schauen, dass wieder etwas in Gang kommt! Auch wenn es finanziell schwierig ist. Wir haben enge Platzverhältnisse in unserem Konzertsaal. Im Normalfall fasst er rund 60 Personen. Jetzt dürfen höchstens 30 Personen anwesend sein, damit es ohne Maskenpflicht geht.

Gibt es sonst noch Änderungen wegen Corona?

Es wird keine Abendkasse geben, alle Sitzplätze sind nummeriert und werden entsprechend zugewiesen. Wir verzichten auf den Barbetrieb, die Konzerte sind ohne Pause. Und die Gäste müssen sich vorab mit Telefonnummer registrieren.

Wie viele Konzerte mussten Sie absagen?

Dieses Jahr hatten wir bis jetzt nur zwei Konzerte, im Januar und im Februar. Drei Konzerte musste ich absagen, und eines nach Südafrika verlegen.

Nach Südafrika?

Ja, im März wäre der südafrikanische Gitarrist Keenan Ahrends zu uns gekommen. Im Lockdown war das aber nicht möglich. Also habe ich das Konzert in seiner Heimat durchführen lassen, in Zusammenarbeit mit der Universität Basel. Das Trio gab das Konzert statt in St.Gallen in Johannesburg. Es wurde gefilmt und anschliessend auf YouTube gestellt.

Auch für kommenden November haben Sie wieder zwei Musiker aus Südafrika angekündigt. Ist das realistisch?

Nein, leider nicht, das mussten wir schon wieder absagen, weil die Musiker nicht einreisen können. Was aber stattfindet, ist der Konzertnachmittag «Ostmusik» am 22. November mit vier Formationen. Das führen wir nicht in unserem Konzertsaal durch, sondern im grossen Theatersaal in der Lokremise. Ebenfalls nach jetzigem Stand möglich ist das dritte Konzert am 13. Dezember. Es ist sozusagen provisorisch definitiv.

Wie ist das Publikumsinteresse? Haben Sie viele Reservationen?

Die Leute verhalten sich noch zögerlich. Das Konzert diesen Sonntag ist noch nicht ausverkauft, ein paar Plätze sind noch frei. Aber die Bands werden bei uns nicht vor leeren Rängen spielen.

Reto Suhner Quartett: (Reto Suhner (Saxofon, Theremin), Philip Henzi (Piano), Silvan Jeger (Kontrabass) und Dominic Egli (Schlagzeug)): 20.9., 17 Uhr, Centrum DKMS, Auf dem Damm 17 am Gallusplatz, St.Gallen

«Ostmusik» mit Jaronas Höhener (Trompete, Electronics); Duo Schildpatt (Roland Schiltknecht (Hackbrett) und Gaby Schiltknecht (Perkussion); Karl Schimke (Tuba Solo), La Banda D'Adelina (Adelina Filli (Kontrabass, Gesang), Michele Croce (Klarinette), Manfred Federer (Piano) und Maurizio Grillo (Schlagzeug): 22.11., 15 Uhr, Lokremise (Theatersaal), St.Gallen

Reservationen an kontakt@kleinaberfein.sg
Aktuelle Infos unter www.kleinaberfein.sg

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