Ostschweizer Musiker am DJ-Pult

Das «Oya» an der Schwertgasse macht keine Sommerpause, im Gegenteil: Von Mitte Juli bis Ende September stellen sich jedes Wochenende Ostschweizer Musiker ans DJ-Pult. Sie präsentieren sich so, wie man sie noch nie gehört hat.

Roger Berhalter
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Vielfalt ist erwünscht: Marc Frischknecht macht keine Vorgaben. (Bild: Jonny Schai)

Vielfalt ist erwünscht: Marc Frischknecht macht keine Vorgaben. (Bild: Jonny Schai)

Eines weiss Marc Frischknecht schon jetzt: «Kein Abend wird bei uns wie der andere klingen, den ganzen Sommer über.» Dafür hat der Musiker und Chef des «Oya» gesorgt. Er hat Ostschweizer Bands und Musiker angefragt, ob sie eine der «Oya-Sommernächte» gestalten wollen, wie Frischknecht seine Veranstaltungsreihe nennt. Die Idee: Die Musiker sollen ihre Instrumente beiseite legen, sich ans DJ-Pult stellen und sich von einer neuen Seite zeigen. Als einzige Regel gilt: Sie dürfen nicht das laufen lassen, was sie auch in ihrer Band spielen. Auf diese Weise sollen die «Sommernächte» immer wieder frisch klingen und das Publikum überraschen. «Die Vielfalt ist erwünscht», sagt Frischknecht.

Einen Abend lang gute Laune

Von Mitte Juli bis Ende September stehen im «Oya» an (fast) jedem Freitag- und Samstagabend Bands am DJ-Pult. Einige haben schon zugesagt und schmieden konkrete Pläne. Pedro Lehmann aus Altstätten zum Beispiel legen unter dem Motto «Happy Songs for Sad People» auf. Das Duo macht eher düstere Musik, das pure Gegenteil also von «Happy Songs». «Daher finden wir's recht passend, wenn wir einmal einen Abend lang für gute Laune sorgen», schreiben die Musiker in der Beschreibung ihrer Sommernacht. Einen exotischen Schlenker vollführen Monophon. Die St. Galler Elektropop-Band legt im «Oya» «African Dance» auf. Ein Motto, das treibende afrikanische Trommeln erwarten lässt.

Eher rätselhaft kündigt sich das St. Kitts Royal Orchestra an: «We Are the 21st Century Ambassadors of Peace & Magic & The Night», verspricht die Wiler Indierock-Band. Was das konkret heissen soll, weiss auch Organisator Frischknecht nicht. «Ich lasse das offen. Nur wenn jemand zum Beispiel Speed Metal auflegen möchte, sage ich ihm, dass das vielleicht nicht so eine tolle Idee ist.» Er selber überlegt sich – als Vertreter der Band Junes – einen Abend voller Depeche-Mode-Songs. «Aber vielleicht ist das auch zu düster für einen Sommerabend», sagt Frischknecht und lacht.

Beats vom Baltischen Meer

Den Anfang machen am 12. Juli Fabio Glanzmann und Christian Huber von der St. Galler Band Fraine. Sonst eher für verträumten Singer-Songwriter-Pop bekannt, legen sie unter dem Titel «Baltic Sea Waves» elektronisch angehauchte Beatmusik auf und versprechen «eine musikalische Reise entlang der Küste des Baltischen Meeres».

Marc Frischknecht freut's, dass sich die Bands derart ins Zeug legen. «Die meisten machen sich sehr viele Gedanken darüber, was sie darbieten wollen.» Für viele sei es auch eine schöne Gelegenheit, sich wieder einmal mit anderer Musik auseinanderzusetzen.

Plattform für ausgesuchte Musik

Die «Sommernächte» könnten in der Stadt eine Lücke füllen. Palace und Grabenhalle machen Sommerpause, im Kugl finden bis Mitte September nur vereinzelte Anlässe statt, und das Kulturfestival im Innenhof des Historischen Museums setzt dieses Jahr wegen Bauarbeiten aus. Wer also in der Stadt auf der Suche nach ausgewählter Musik ist, der dürfte im «Oya» fündig werden.

Erste «Sommernacht»: Freitag, 12.7., 20.30 Uhr («Baltic Sea Waves» von Fraine); aktuelles Programm unter www.oya-bar.ch