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Ostschweizer Festivals setzen auf Kulinarik: Gutes Essen für gute Stimmung

Mehr als Bratwurst und Schnitzelbrot: Beim Kulturfestival in St. Gallen wird das Essen sogar auf die Bands abgestimmt. Zum Auftakt gibt es Sinti-Musik aus Ungarn und dazu ein passendes Schmorgericht.
Nina Rudnicki
Nicht nur feine Konzerte, auch feine Kulinarik soll es am Kulturfestival geben. (Bild: PD)

Nicht nur feine Konzerte, auch feine Kulinarik soll es am Kulturfestival geben. (Bild: PD)

«Gutes Essen und ausgewählte Getränke sind für die Stimmung eines Festivals wichtig», sagt Lukas Hofstetter vom Kulturfestival St. Gallen. Dieses startet am 2.Juli mit seinem dreiwöchigem Programm im Innenhof des ­Historischen und Völkerkundemuseums St. Gallen. Den Auftakt machen die experimentierfreudigen Sinti- und Roma-Musiker Romengo aus Ungarn.

Nicht nur die Musik führt das Publikum in andere Länder, sondern auch das Essen. Am Kulturfestival gibt es jeden Abend ein Gericht, das zur Band passt. «Auf der Speisekarte stand schon ein Eintopf aus Mali, als Habib Koité auftrat. Oder Wienerschnitzel, als Parov Stelar aus Wien auf dem Programm stand», sagt Hofstetter.

Das Konzept, Live-Musik mit Essen zu verbinden, hat Hofstetter bereits bei der Gründung des Kulturfestivals vor 14 Jahren verfolgt. «Wir wollen während der Sommerferien einen Treffpunkt für Zuhausegebliebene schaffen. Es gibt Feierabendbier, Grilladen, abwechselnde Menus und Musik. Das ist fast wie Ferien», sagt er. Dazu gehöre auch, regional und saisonal zu essen.

Spontan am Festival kochen

Gerade an den kleinen Festivals finden die Besucherinnen und Besucher zunehmend Essensstände, die regionale und saisonale Bio-Gerichte kochen. In der Region gehörte das Clanx in Appenzell zu den ersten Festivals, das bekannt dafür war, mehr als Bratwürste und Pommes anzubieten.

Mitglied im Clanx-Organisationskomitee ist der Koch Gallus Knechtle, der die Gastro-Firma Pfefferbeere führt und unter anderem die Alpstein-Bergbeiz Aescher betreibt. «Wenn das Essen stimmt, ist auch die Stimmung gut. Daher ist gutes Essen ein Grundpfeiler des Erfolgs an jedem Festival», sagt Knechtle und erinnert sich an das erste Clanx im Jahr 2003. «Alle im OK schätzten gutes Essen und kochten am liebsten frisch. Deswegen kauften wir einfach ein, worauf wir Lust hatten, und kochten spontan», sagt er.

Während die Gerichtepalette breiter geworden ist, ist das Konzept noch dasselbe wie in den Anfangsjahren: Eingekauft wird im Vorfeld des Festivals für rund 1500 Personen. Was gekocht wird, wird jeden Tag nach Lust und Laune entschieden.

«Das Bewusstsein, regionale Nahrungsmittel zu konsumieren, hat definitiv auch unter den Festivalgängern zugenommen.»

In diesem Jahr neu für das kulinarische Angebot am St. Galler Kulturfestival zuständig ist Christian Böni, Koch und Mitgründer des St. Galler Catering-Unternehmens Geschmacksträger. Mit seinem Foodtruck war er schon am Open Air St. Gallen oder am Heizwerk in Arbon. Böni kocht regional, saisonal und wann immer möglich biologisch.

Kein «Seich wie Tiefkühlpommes und Asiapfannen»

Böni schätzt, dass an Festivals rund 30 Prozent der Besucherinnen und Besucher regional und saisonal essen wollen.

«Die übrigen 70 Prozent geben ihr Geld lieber für Alkohol aus. Das Essen ist für sie Nebensache.»

Aber das Bewusstsein für gutes Essen an Festivals nehme zu und sei im Trend.

Böni hat sein Unternehmen vor drei Jahren zusammen mit einem befreundeten Koch gegründet, weil es auf Festivals «meist nur Seich wie Tiefkühlpommes und Asiapfannen gab». Nach hausgemachtem ­Essen und richtig guten Burgern habe man vergebens gesucht.

Das Kulturfestival ist für ihn eine neue Herausforderung. Passend zur Musik von Romengo aus Ungarn serviert er Lecsó, ein ungarisches Schmorgericht. Ajiaco Santafereño, eine kolumbianische Hühnersuppe mit Kartoffeln und Maiskolben, kocht er, wenn Monsieur Periné aus Kolumbien auftritt.

Und natürlich darf auch der Klassiker Schnitzel nach Wiener Art nicht fehlen – den gibt’s in diesem Jahr zum Elektro-Swing von Waldeck aus Österreich.

Das 14. Kulturfestival St.Gallen findet statt vom 2.-20.Juli 2019, im Innenhof des Historischen und Völkerkundemuseums St.Gallen

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