Nachgefragt
«Ich bin zum Jürgens-Fan geworden»: Der St.Galler Erich Furrer führt Regie in der Show «Die Udo Jürgens Story»

«Die Udo Jürgens Story» vereint die grössten Hits und die schönsten Anekdoten des 2014 verstorbenen deutschen Entertainers Udo Jürgens. Der Konzertabend ist am 25. November in Herisau zu erleben.

Mirjam Bächtold
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Erich Furrer lebt zwar seit zehn Jahren in Wien, tritt aber regelmässig in seiner Ostschweizer Heimat auf.

Erich Furrer lebt zwar seit zehn Jahren in Wien, tritt aber regelmässig in seiner Ostschweizer Heimat auf.

Bild: PD

Der St.Galler Schauspieler, Regisseur und Kabarettist Erich Furrer lebt seit zehn Jahren in Wien. Mit der «Udo Jürgens Story», bei der er Regie geführt hat, kommt er nun in die Ostschweiz zurück: Am Freitag wird die Show im Casino Herisau gezeigt und im März in Wil und Schaan.

Wie sind Sie darauf gekommen, ein Konzert mit Liedern von Udo Jürgens zu inszenieren?

Erich Furrer: Meine Frau, Gabriela Benesch, mit der ich auch zusammenarbeite, ist gut befreundet mit Jenny Jürgens, der Tochter von Udo. Deshalb war es für mich naheliegend, seine Geschichte auf die Bühne zu bringen. Mit der Zustimmung der Familie haben wir den besten Interpreten für Udo-Jürgens-Songs gesucht und in Alex Parker gefunden. Er ist selbst ein grosser Udo-Fan und deshalb mit seiner Darbietung sehr nahe am Original dran.

Was gefällt Ihnen an Udo Jürgens’ Songs? Sind Sie auch ein Fan?

Er ist natürlich bekannt für Titel wie «Aber bitte mit Sahne» oder «Siebzehn Jahr, blondes Haar». Aber Udo Jürgens ist viel mehr als das. Er hat auch tiefgründige Balladen geschrieben mit Texten, die nach wie vor aktuell sind. Mich fasziniert auch, dass er während sechs Jahrzehnten immer bekannt geblieben ist und seine Musikstile weiterentwickelt hat. Insgesamt hat er rund 1000 Lieder komponiert und mehr als 100 Millionen Tonträger verkauft; somit zählt er zu den erfolgreichsten Solokünstlern weltweit. Ich würde sagen: Durch die vertiefte Recherchearbeit über ihn bin ich zum Fan geworden.

Weshalb braucht ein Konzert einen Regisseur?

Die «Udo Jürgens Story» ist weit mehr als ein Konzert. Es ist Udo Jürgens’ Lebensgeschichte, umrahmt von zahlreichen Hits. Zwischen den einzelnen Liedern erzählt meine Frau Geschichten und Anekdoten aus Udo Jürgens’ Leben. So wird die Show zu einem theatralischen Abend. Dahinter steckt eine präzise Dramaturgie: Welche Songs wählen wir, in welcher Reihenfolge, wo setzen wir Pausen, wo die Pointen? Ich setze bei meinen Inszenierungen auf eine grosse Schlichtheit. Im Vordergrund steht Jürgens’ Werk, das die beiden Künstler transportieren.

Sie arbeiten auch als Kabarettist. Mit dem Programm «Wer hat’s erfunden?» über die Schweiz hatten sie viel Erfolg. Arbeiten Sie an einer neuen Show?

Ich arbeite derzeit an mehreren Projekten gleichzeitig. Eines wird im kommenden Jahr auch in der Kellerbühne in St.Gallen zu sehen sein. Mit dem bekannten österreichischen Film- und Theaterschauspieler Erwin Steinhauer arbeite ich an einem schweizerisch-wienerischen Programm. Eine ideale Kombination, denn ich bin ja bekanntlich ein Austro-Schweizer, meine Mutter war Österreicherin, mein Vater Schweizer.

Sie präsentieren «Die Udo Jürgens Story»: Sänger Alex Parker, Jenny Jürgens, Schauspielerin Gabriela Benesch und Regisseur Erich Furrer.

Sie präsentieren «Die Udo Jürgens Story»: Sänger Alex Parker, Jenny Jürgens, Schauspielerin Gabriela Benesch und Regisseur Erich Furrer.

Bild: Achim Frank Schmidt

Vermissen Sie die Schweiz?

Ehrlich gesagt, überhaupt nicht. Aber nicht, weil sie mir nicht gefällt, sondern weil ich nicht das Gefühl habe, dass sie mir fehlt. Ich habe auch in Wien viele Schweizer Freunde – unter anderem den Botschafter Walter Haffner – und man ist ja sehr schnell in der Schweiz. Ich komme immer sehr gerne hierhin zurück.

Aufführung: Freitag, 25. November, 19.30 Uhr, Casino Herisau