Oster-Reflexion

Wenn das Weizenkorn nicht stirbt «Amen, amen, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein, wenn es aber stirbt, bringt es viele Frucht.» Es fällt hinein, es fällt zurück, in den Garten des Lebens. Dorthin, wo der Baum des Lebens spriesst.

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Wenn das Weizenkorn nicht stirbt

«Amen, amen, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in

die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein, wenn es aber stirbt, bringt es viele Frucht.»

Es fällt hinein, es fällt zurück, in den Garten des Lebens. Dorthin, wo der Baum des Lebens spriesst.

Das Weizenkorn ist gestorben, fällt in die Hände der Menschen, in die offenen Hände der Frauen, des Joseph, des Nikodemus.

Sie legen Jesus ins Grab, legen das Weizenkorn ins Grab.

Mitten in den Garten, in das neue Grab, in das noch niemand gelegt worden war.

Das Kreuz ist vorbei, ein leeres Holz, die Marter hat ausgedient.

Grausamer kann die Welt nicht mehr sein. Sie wollte vernichten, wollte das heilige Wort hinrichten, das Wort von der Liebe, der Vergebung, des Friedens.

Hat es blossgestellt, geschlagen, verhöhnt, gemartert.

Doch nun liegt es in der Erde, wartet, voll geheimnisvollem Leben.

Karsamstag der Welt.

Josef Osterwalder, 1940–2012

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