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Winnetou im KKL: Orchester unterstreicht unerwartete Härte

Das 21st Century Orchestra verhalf Winnetou mit «Der Schatz im Silbersee» zu seiner KKL-Premiere. Und diese liess trotz vielen Klischees den Spott verstummen.
Urs Mattenberger
Pierre Brice und Lex Barker als Winnetou und Old Shatterhand in «Der Schatz im Silbersee». (Bild: PD)

Pierre Brice und Lex Barker als Winnetou und Old Shatterhand in «Der Schatz im Silbersee». (Bild: PD)

Erstmals ein Winnetou-Film mit Livemusik im KKL-Konzertsaal: Das weckte im Vorfeld gemischte Gefühle. Zwar haben die Winnetou-Filme einst ein Indianerbild geprägt, das bis heute in ­Kinderköpfen herumgeistert. Erwachsene aber erinnern sich an diese Western-Folklore nach Karl May mit einer Mischung von nostalgischer Bewunderung und nachsichtigem Spott. Da sind wir uns im Western-Genre fast fünf Jahrzehnte später doch ganz ­anderes und auch Härteres gewohnt. Würde man meinen.

Wer deshalb glaubte, «Der Schatz im Silbersee» sei – in deutscher Sprache – auch für kleinere Kinder ein guter Einstieg in die Westernwelt mit Livemusik auf Grossleinwand, erlebte am Mittwoch in der Vorführung durch das 21st Century Orchestra eine Überraschung. Dabei fing im ­Foyer alles harmlos an. Da verteilten Indianer-Squaws Flyers zu den «Winnetou»-Freilichtspielen in Engelberg. Und für Familienkonzert-Stimmung sorgte das ­Publikum, das vom Teenager-­Alter an so gleichmässig durchmischt war, wie man es selten im – hier praktisch ausverkauften – KKL-Konzertsaal erlebt.

Böses Erwachen für Kinder

Das böse Erwachen – für Kinder – kam, als auf der Leinwand Schüsse beim Überfall auf eine Kutsche die ersten unschuldigen Opfer hinterrücks niederstreckten. Ich selber staunte, wie handfest im ganzen Film Gewalt zur Schau gestellt wird: Nicht vergleichsweise abstrakt wie bei «Star-Wars»-Schlächtereien, sondern anschaulich in Fleisch und Blut mit Schusswaffen, Pfeilbogen und Tomahawk.

Mag sein, dass die Livebegleitung diesen Eindruck verstärkte: Das 21st Century Symphony Orchestra unter Ludwig Wicki reizte die Spannweite vom lauernden Pianissimo – bei Winnetous Spurensuchen – bis zu den Blech- und Schlagzeugorgien der Banditen aus. Und verhalf den Kampfhandlungen zu einer Bedrohlichkeit, die ganz aktuell wirkt.

Den Erwartungen – oder Erinnerungen – entsprachen die schauspielerischen Leistungen von Pierre Brice und Lex Barker als Winnetou und Old Shatterhand. Aber Götz George wächst schon hier als jugendlicher Heisssporn für die Gerechtigkeit über sich hinaus. Da ist, wie in den weiten Landschaftsbildern, jenes visionäre Pathos drin, das das Orchester mit einem hymnisch-sinfonischen Ton weiterträgt.

Wiederholung «Der Schatz im Silbersee»: 6. Januar, 18.30, KKL. Film-Familienkonzert. Chaplin-Filme (City Light Chamber Orchestra), Sonntag, 6. Januar, 15./17.00, Maihof, Luzern.

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